Herne (Nordrhein-Westfalen) – Die traditionsreiche deutsche Parfümerie-Kette wurde im Zuge der Insolvenz von einem Investor geschluckt. Dadurch kann sie fortbestehen. Trotzdem schließen mehrere Geschäfte.
Über Jahrzehnte wuchs die bekannte Parfümerie-Kette Pieper vor allem in Nordrhein-Westfalen. Filialen gibt es auch in Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Im vergangenen November hatte die Parfümerie-Kette Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das 1931 in Bochum als Seifengeschäft gegründete Unternehmen stand vor dem Aus.
Wer die Parfümerie-Kette kauft
Daraufhin wurden bereits Filialen von Pieper geschlossen und Stellen gestrichen. Jetzt ist der Weg frei für den Neustart. Pieper und die französische Unternehmerfamilie Konckier einigten sich darauf, den Verkauf über den Insolvenzplan abzuwickeln. Pieper galt bislang als Deutschlands größte inhabergeführte Parfümerie-Kette, geführt vom Urenkel Oliver der Gründerin Anna Pieper. Wie Pieper mitteilt, haben die Gläubiger dem Insolvenzplan zugestimmt. Die Sanierung sei damit erfolgreich abgeschlossen. Trotzdem schließen Geschäfte. Von den zu Jahresbeginn noch 122 Filialen sollen 115 fortbestehen. Sieben Läden schließen also noch.
So viele Arbeitsplätze werden gestrichen
Mario Lehmann, Marketing-Leiter von der Stadt-Parfümerie Pieper GmbH, zu BILD: „Im Zuge der Sanierung und Neuausrichtung des Unternehmens werden rund 30 Arbeitsplätze entfallen. Gleichzeitig können jedoch etwa 740 Arbeitsplätze erhalten werden.“ Neuer Eigentümer soll die Beteiligungsgesellschaft AIH Holding der Konckiers werden. Ihnen gehört die börsennotierte Groupe Bogart in Paris. Der Konzern handelt mit Düften und produziert auch selbst Parfum, betreibt rund 450 Parfümerie- und Drogeriefilialen in Europa und Nahost unter den Namen April, HC Parfümerie, Aurel, Gottmann und Gabriel.
Die Kosten und was bleibt
Lehmann zu BILD: „Über die wirtschaftlichen Details der Transaktion wurde zwischen den beteiligten Parteien Vertraulichkeit vereinbart.“ Der Kaufpreis für Pieper bleibt also geheim.
Die bisherige Eigentümerfamilie zieht sich nach dem Verkauf aus der Geschäftsführung zurück. Mit Bogart und neuem Management soll das Unternehmen „langfristig nachhaltig positive Ergebnisse erwirtschaften“. Die Marke Pieper bleibt. „Sie ist ein zentraler Bestandteil der Zukunftslösung“, sagt der Marketing-Leiter zu BILD.
Pieper ist nicht die einzige Parfümerie-Kette in Deutschland in Schwierigkeiten. Gerade erst hat auch die Parfümerie Thiemann Insolvenz angemeldet. Davon sind 13 Landengeschäfte betroffen, vor allem in Ostdeutschland.