Berlin – Der Absturz der SPD geht weiter: Im aktuellen Sonntagstrend von INSA für BILD verlieren die Sozialdemokraten einen weiteren Prozentpunkt und fallen auf nur noch 12 Prozent. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, lägen sie hinter den Grünen (13 Prozent) und weit hinter der AfD, die auch in dieser Woche mit 29 Prozent stärkste Kraft bleibt. Die Union käme auf 22 Prozent, die Linken landeten bei 10 Prozent.
Damit hat die SPD im Vergleich zur Bundestagswahl (16,4 Prozent, historisch schlechtestes Ergebnis) noch einmal mehr als 4 Prozentpunkte verloren. Besonders interessant an der aktuellen INSA-Umfrage: Gemeinsam kommen CDU/CSU und SPD nur noch auf 34 Prozent – so viel erreichte die SPD bei der Bundestagswahl 2005 mit Kanzler Gerhard Schröder noch alleine. Und: Seit der Bundestagswahl 2025 hat die schwarz-rote Koalition von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (48, SPD) damit fast jeden vierten Wähler verloren.
Nur wenige Regierungsoptionen
Auch für mögliche Regierungsbündnisse sieht es düster aus. Rot-Grün-Rot käme derzeit lediglich auf 35 Prozent und hätte damit keine Mehrheit. Möglich wäre aktuell eine Kenia-Koalition (so genannt wegen der schwarz-rot-grünen Flagge des afrikanischen Staats) aus Union, Grünen und SPD. Gemeinsam erreichen die drei Parteien 47 Prozent – genug für eine parlamentarische Mehrheit.
Zwar hätten rein rechnerisch auch AfD und Union eine Mehrheit. Blau-Schwarz käme auf 51 Prozent. Der Brandmauer-Beschluss von CDU/CSU schließt aber eine Zusammenarbeit mit der Rechtsaußenpartei aus.
Hinzu kommt: 14 Prozent der Stimmen entfallen in der aktuellen INSA-Umfrage auf Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Dadurch sinkt die nötige Stimmenzahl für eine Mehrheit. Ein Bündnis benötigt derzeit mehr als 43 Prozent der Stimmen, um im Parlament eine Mehrheit zu erreichen.