Politik

Friedrich Merz in Kühlungsborn: Rufe nach dem Rücktritt und ein Fischbrötchen

Friedrich Merz in Kühlungsborn: Rufe nach dem Rücktritt und ein Fischbrötchen
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Kühlungsborn – Regen und Donner kommen schon vor Friedrich Merz in Kühlungsborn an. Der Kanzler verspätet sich, als er am Montagnachmittag im Ostsee-Touristenort zu einem Wahlkampfauftritt eintrifft. Es ist der erste Wahlkampfauftritt des Kanzlers im Osten. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird im September gewählt. Doch es wird nur ein Kurztrip!

Eine ordentliche Menschenmenge hat sich trotz der Regenschauer versammelt, um Merz zu sehen. Die Wahlkämpfer verteilen Tüten als Regenschutz und Fischbrötchen gegen den kleinen Hunger. Zuvor hatte der Kanzler in einem Kühlungsborner Fischrestaurant auch selbst ins Matjesbrötchen gebissen – und es mit „exzellent gut“ kommentiert.

Der Sohn des Gaststätten-Inhabers, der selbst Fischer ist, erklärte Merz nebenbei die aus seiner Sicht bestehenden Probleme für die Küstenfischerei in Mecklenburg-Vorpommern (MV) – etwa durch Fangbeschränkungen oder die Konkurrenz durch Kegelrobben. Man sei auf dem Weg, „die Küstenfischerei in MV abzuschaffen“.

Kanzler erntet „Pinocchio“-Rufe

Die Wartenden sind weniger angetan vom Kanzler: Er wird mit „Pinocchio“-Rufen empfangen, „Rücktritt“ skandieren einige, sogar „Kriegstreiber“ wird ihm entgegengeschleudert. Es kommt aber auch Widerspruch aus dem Publikum – von Menschen, die an den Anstand der lautstarken Merz-Gegner appellieren. Trotzdem: ein Wohlfühltermin ist das für den Kanzler nicht.

Merz unterhält sich kurz über ein Absperrgitter hinweg mit Bürgern – dann geht es auch schon wieder weiter. Der Kanzler muss nach Sachsen-Anhalt. Dort unterstützt er in Quedlinburg den Wahlkampf von Ministerpräsident Sven Schulze (47, CDU). Am Sonntag wird dort gewählt – und die AfD liegt haushoch vorn. Um zumindest dort pünktlich zu sein, lässt Merz dann auch ein geplantes Pressestatement in Kühlungsborn sausen.

Anja Goldbach (50) aus Rostock bleibt enttäuscht zurück. Sie sei langjähriges CDU-Mitglied und hätte gerne mit dem Kanzler gesprochen, sagt sie zu BILD: „Wir sind hier vor Ort viele Kleinunternehmer. Und wir können das nicht mehr schaffen, so wie die Politik das gerade macht.“ Sie ist nicht die Einzige, die Merz mit seinem schnellen Abgang vor den Kopf gestoßen hat. Zurück bleibt an der Ostsee nach dem Kanzler und Donnerwetter nur ein Regenbogen.

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