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Rüge vom Steuerzahler-Bund: Dresden zahlt 229.534 Euro fürs Fahrräder-Zählen.

Rüge vom Steuerzahler-Bund: Dresden zahlt 229.534 Euro fürs Fahrräder-Zählen.
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Dresden – Die Stadtkasse ist leer, an allen Ecken fehlt das Geld. Bei Schulen, ÖPNV und Straßen muss gespart werden. Doch das hindert die Stadt Dresden nicht daran, Steuergeld in kostspielige Symbolpolitik zu investieren. Grünen-Baubürgermeister Stephan Kühn (46) ließ für viel Geld Displays aufstellen, die vorbeirollende Fahrräder zählen – dabei war er dafür schon vom Steuerzahlerbund angezählt worden.

Im September 2025 landete die sächsische Landeshauptstadt wegen der sündhaft teuren Rad-Zähl-Displays im „Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler“. Der Stadtrat verbot daraufhin im November, weitere Zähler aufzustellen. Dennoch ließ der grüne Baubürgermeister im Sommer 2026 am Sachsenplatz wieder Displays installieren. Kosten allein hierfür: „139.614 Euro (brutto)“, so die Stadtverwaltung auf BILD-Anfrage.

Stadt: Zähler dienen der Repräsentation

Was ist der Nutzen der Fahrrad-Displays? Sie zeigen neben Datum, Uhrzeit und Temperatur die Anzahl der „Radfahrenden heute“ und „2026“ an. „Die Fahrradbarometer dienen vor allem der Repräsentation des Radverkehrsaufkommens am Standort“, schreibt die Stadtverwaltung. Autos werden dagegen nicht gezählt.

Stornierung wäre „wirtschaftlich nicht vertretbar“

Trotz Empörung über die ersten Fahrrad-Zähler auf der St. Petersburger Straße im April 2025 – die Stadt Dresden schloss sogar die Kommentarspalte bei Facebook – macht der Grüne weiter. Bis ihm das eine Stadtratsmehrheit auf CDU-Antrag verbot und forderte, die Stornierung bereits vergebener Aufträge zu prüfen.

Doch: „Für die Fahrradbarometer … waren zum Zeitpunkt des Stadtratsbeschlusses bereits alle Planungsleistungen abgeschlossen, die Barometer bereits produziert und in Lieferung“, so die Stadt auf BILD-Anfrage. „Vor diesem Hintergrund war es wirtschaftlich nicht vertretbar, die Aufstellung zu stornieren.“

Bemerkenswert: Die Vergabe sei laut Stadt bereits im Mai 2025 erfolgt, doch erst 13 Monate später wurden die Displays aufgestellt. Stadtrat Holger Zastrow (57, parteilos): „In der Stadtratssitzung hatte der grüne Baubürgermeister nichts davon erzählt, dass die Zähler schon bestellt waren.“

Steuerzahler-Bund spricht von Affront

Ursprünglich wollte der Grüne sogar an fünf Standorten zehn dieser Displays für Fahrräder aufstellen. Nun sind es vier Displays an zwei Standorten geworden. Diese kosten laut Verwaltung dennoch 229.534 Euro brutto. Dirk Mohr (50), Sachsen-Präsident beim Bund der Steuerzahler: „Trotz bestehender Kritik weitere Zähler aufzustellen, ist ein Affront gegenüber den Steuerzahlern. Die Haushaltslage ist nicht rosig, dennoch wird auf Biegen und Brechen weitergemacht.“

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