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SPDS: Lars Klingbeil drängt russischen Minister von Foto bei G20-Gipfel

SPDS: Lars Klingbeil drängt russischen Minister von Foto bei G20-Gipfel
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Ashvillle – Ausgerechnet jetzt muss Finanzminister Lars Klingbeil mit seinem russischen Amtskollegen Anton Siluanow in einem Raum sitzen. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte den Kreml-Mann ausdrücklich zum G20-Finanzministertreffen nach Ashville (North Carolina) eingeladen. Für Klingbeil eine Zumutung, schließlich steht die Bundesregierung kurz davor, Russland für den Drohnen-Angriff in Leipzig verantwortlich zu machen.

Klingbeil wollte die Anwesenheit des Putin-Vertrauten nicht einfach hinnehmen – und drängte den Russen beim Gipfel in den amerikanischen Bergen vom Familienfoto. So wird das gemeinsame Foto der Anwesenden genannt, das zum Standard eines solchen Treffens gehört.

Der Vizekanzler kritisierte die Anwesenheit des Putin-Gesandten sehr nachdrücklich: „Das Signal, den russischen Finanzminister hier zu empfangen, ist eins, dass ich schon als irritierend wahrnehme. Weil ich mir eigentlich gewünscht hätte, dass es hier eine Klarheit auch von amerikanischer Seite gibt, dass man ihn nicht wie einen normalen Gast empfängt.“ Gerade verschärfe Russland wieder die Angriffe auf die Ukraine: „Da kann man nicht zur Normalität übergehen.“

Klingbeil wollte kein Foto mit Putins Minister

Der Ärger begann zwei Tage vor Klingbeils Abflug in die USA: Die deutsche Regierung erfuhr, dass der russische Finanzminister anreisen wird. Für Klingbeil stand sofort fest: kein Foto mit dem Russen! Denn Siluanow ist eine wichtige Schlüsselfigur für Kreml-Diktator Wladimir Putin, weil er den erbarmungslosen Angriffskrieg auf die Ukraine finanziert

Klingbeil suchte sich beim Gipfel Verbündete für seinen Anti-Russland-Kurs: „In der Vorbesprechung unter den Europäern habe ich klargemacht, dass ich mich nicht mit dem russischen Finanzminister auf ein gemeinsames Foto stellen werde.“ Er drängte die Europäer, bei seiner Linie mitzuziehen. Offenbar mit Erfolg: Die Europäer machten der amerikanischen Regierung klar: Entweder ein Foto mit dem Russen oder mit uns.

Klingbeil stellt Siluanow zur Rede

Der Druck zeigte nach Angaben aus der Bundesregierung in letzter Minute Wirkung: Das Familienfoto wurde am Montag gemacht – ohne den Putin-Minister. Im Tagungsraum wich Klingbeil dem Russen nicht aus, sondern sprach ihn persönlich an: „Ich habe ihm direkt ins Gesicht gesagt, dass die russische Regierung diesen Krieg beenden muss. Dass wir deutlich an der Seite der Ukraine stehen.“

Das ist nicht der einzige Konflikt beim G20-Gipfel: Klingbeil legte sich mit der Trump-Regierung an, weil die unliebsamen Journalisten die Gipfel-Teilnahme verweigerte. Der einzige Vertreter der berühmten „New York Times“ flog in der deutschen Regierungsmaschine zum G20-Treffen ein. Seine Kollegen aus Amerika hatten allesamt keine Akkreditierung erhalten. Und der Korrespondent aus Deutschland erhielt sie erst nach massivem Druck der Bundesregierung.

Ein Journalist der Bloomberg-Nachrichtenagentur, der Klingbeil begleitet, darf trotz deutscher Intervention nicht aufs Gipfel-Gelände. Klingbeil fand deutliche Worte am ersten Gipfeltag: „Ich halte es für inakzeptabel, dass Journalisten oder ganze Redaktionen ausgeschlossen werden.“

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