Friesack (Brandenburg) – Rotes Flatterband versperrt die Zufahrt zu dem abgelegenen Grundstück in Friesack (Brandenburg). Denn die Feuerruine ist für die Polizei ein mutmaßlicher Tatort. Drei Menschen starben bei einem schrecklichen Hausbrand. Wurde das Feuer absichtlich gelegt? „Wir ermitteln zum Anfangsverdacht einer schweren Brandstiftung mit Todesfolge“, sagte die Potsdamer Staatsanwältin Isabelle Fabian zu BILD.
Die Ermittlungen stünden allerdings noch am Anfang. Zunächst müssen weiter Spuren gesichert werden. Spuren, die größtenteils in Asche und Löschwasser liegen. Das Feuer war in der Nacht zu Mittwoch in dem Einfamilienhaus in der kleinen Stadt nordwestlich von Berlin ausgebrochen. Um 1 Uhr erreichte die Einsatzleitzentrale Nord/West der Feuerwehr ein Notruf. Eine Frau meldete eine „verrauchte Wohnung“. Dann legte die Anruferin auf. Als die Leitstelle zurückrief, schilderte die Person am Telefon dramatische Szenen: Offenbar bekamen die Bewohner die Eingangstür nicht mehr auf, um sich zu retten.
Die Feuerwehren aus Friesack, Rhinow, Wagenitz und Brädikow rasten los. Parallel versuchte die Leitstelle weiter, die Anruferin zu erreichen – vergeblich. Um 1.12 Uhr wurde die Polizei informiert. Die ersten Streifenwagen trafen um 1.33 Uhr ein. Zu diesem Zeitpunkt stand das Haus bereits in Vollbrand.
Drei Tote geborgen
Am Tag wurden in dem ausgebrannten Gebäude die Leichen einer 35-Jährigen sowie eines 63-Jährigen und einer 61-Jährigen entdeckt. Nach BILD-Informationen handelt es sich um eine Familie. Die 35-Jährige lebte bei ihren Eltern. Sie war mit einer geistigen Behinderung zur Welt gekommen, ihre Eltern hatten sich seit Jahrzehnten aufopferungsvoll um ihre pflegebedürftige Tochter gekümmert. Der 63-Jährige arbeitete bei der benachbarten Agrargenossenschaft in Friesack und wollte im kommenden Jahr in Rente gehen.
Das Haus ist laut Polizei stark einsturzgefährdet. Die Brandgutachter konnten ihre Arbeit deshalb erst im Laufe des Tages aufnehmen. Geklärt werden soll auch, warum die Bewohner die Haustür nicht aufbekamen.