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Dramatischer Sturz bei der Tour de France

Dramatischer Sturz bei der Tour de France
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Dramatische Szene bei der Tour de France! Sepp Kuss (31) ist auf dem Weg zum Etappensieg in Alpe d’Huez, da passiert es. Sechs Kilometer vor dem Ziel stürzt der Amerikaner gleich zweimal. Beim ersten Mal kann er sich schnell wieder aufs Rad schwingen, beim zweiten Mal wandelt er am Rande des Todes. In einer Rechtskurve wird er zu weit nach außen getragen. Er hat die Strecke an dieser Stelle wohl unterschätzt. In Mühe und Not kann er während der Fahrt absteigen, schleift an der gut 80 Zentimeter hohen Betonbegrenzung lang und hat riesiges Glück, dass ihn das darüber befestigte Fangnetz aufhält. Nur einen Meter weiter, und es wäre in die Tiefe gegangen. Ob Kuss den Sturz den Abhang hinunter überlebt hätte, ist nicht sicher.

Dass er den Etappensieg deswegen verliert, weil Bergkönig Richard Carapaz (33/Ecuador) an ihm vorbeizieht, wird ihn ärgern, letztlich aber egal sein. Hauptsache, er ist unverletzt und lebt. Auch Red-Bull-Kapitän Remco Evenepoel (26/Belgien) muss er noch vorbeiziehen lassen, wird aber immerhin Dritter, 34 Sekunden vor Superstar Tadej Pogacar (27), der mit 6:26 Minuten Vorsprung vor Evenepoel in den Schlusstag geht.

Kuss’ Sportdirektor Marc Reef (40) von Visma – Lease a bike: „Sepp war unser Mann für heute, das klappte auch sehr gut. Unglücklicherweise stürzte er dann zweimal. Den ersten Sturz habe ich auch nicht gesehen, dann der Crash in der Rechtskurve. Er musste erstmal wieder zu sich kommen. Dann war es schwer, zurückzukommen. Gut, dass es das Netz hab.“

Pogacar vor Sieg bei der Tour de France

Der Slowene steht vor seinem fünften Toursieg. Das einzige Hindernis, das ihn davon abhalten kann: die Passage hoch nach Sacré-Cœur auf der Schlussetappe in Paris. Die wurde von 133 auf 89 Kilometer gekürzt, aber der Anstieg zur Basilika bleibt auf dem Streckenplan.

Grund für die Streckenänderung sind die seit Wochen wütenden Waldbrände im Südwesten Frankreichs. 110.000 Menschen wurden evakuiert. Deren Schicksal ist wichtiger als die Frankreich-Rundfahrt. Nachdem bereits die 3. Etappe in den Pyrenäen wegen des verheerenden Feuers verkürzt wurde, trifft es nun auch die Schlussetappe. Die ursprüngliche Strecke kann wegen Personalmangels nicht abgesichert werden. Polizisten und Feuerwehrleute sind vermehrt in die Krisengebiete abkommandiert. Schön für die Rad-Fans: Sacré-Cœur bleibt!

In einer gemeinsamen Erklärung der Tour-Organisation ASO und der Polizei heißt es zur Verkürzung der Etappe am Sonntag: „Während derzeit viele Brände Frankreich und insbesondere die Gironde betreffen, sind die Rettungsdienste voll mobilisiert, um gegen die Katastrophe zu kämpfen, während die Sicherheitskräfte helfen, die Gebiete zu sichern und die Bevölkerung zu schützen. In diesem Zusammenhang hat der Innenminister beschlossen, einen Teil der zunächst für die letzte Etappe der Tour de France mobilisierten Sicherheitskräfte zu verlegen, um die Maßnahmen in den von den Bränden betroffenen Gebieten zu verstärken.“

Somit erfolgt der Start der 21. Etappe nicht in Thoiry, sondern um 17.50 Uhr auf dem Champs-Élysées, wo gut zwei Stunden später auch das Ziel sein wird.

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