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Deutschlands teuerste Villa wird zum Ladenhüter

Deutschlands teuerste Villa wird zum Ladenhüter
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Heiligendamm (Mecklenburg-Vorpommern) – Noch vor Monaten galt sie als die teuerste Villa Deutschlands. Für 40 Millionen Euro bot der Luxus-Makler Engel & Völkers das Alexandrinen-Cottage an der Steilküste von Heiligendamm an der Ostsee (Mecklenburg-Vorpommern) zum Kauf an. 18 Zimmer, ca. 1500 Quadratmeter Wohnfläche, unverbaubarer Meerblick. Doch ein Käufer fand sich nicht und bei Engel & Völkers ist von 40 Millionen inzwischen keine Rede mehr.

„Preis auf Anfrage“, hieß es zuletzt zu dem denkmalgeschützten Prachtbau. Was ist da los? Auf Anfrage der Ostsee-Zeitung kam die Überraschung ans Tageslicht: Die Baugenehmigung für das Anwesen ist im Februar ausgelaufen. Der Landkreis Rostock bestätigt, dass es keine Baugenehmigung für das 186 Jahre alte Cottage mehr gibt. Landkreis-Pressesprecherin Juliane Hinz zu BILD: „Wir wissen nicht, warum der Eigentümer, Herr Jagdfeld, die Baugenehmigung nicht verlängert hat. Er will dies wohl jetzt nachholen. Bei uns ist bislang aber noch nichts eingegangen.“

Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld (heute 79) hatte die Villa laut NDR im Juni 1996 als Teil eines historischen Ensembles aus 25 Immobilien für rund 2,5 Mio. D-Mark erworben. Ursprünglich wollte er das Cottage an der Ostsee als Logierhaus für seine Familie herrichten. Aber dazu kam es nicht. Vor rund drei Jahren entschloss sich Jagdfeld schließlich, das Anwesen zum Verkauf anzubieten – ohne Erfolg.

Geschichtsträchtige Immobilie

Und nun? Die seit Langem leer stehende Immobilie, die Paul Friedrich (1800–1842), Großherzog von Mecklenburg, einst seiner Gattin, Großherzogin Alexandrine von Preußen (1803–1892), geschenkt hatte, ist stark sanierungsbedürftig. Ohne Baugenehmigung wäre das Anwesen im Seebad Heiligendamm (Mecklenburg-Vorpommern) derzeit deutlich weniger wert und für viele Investoren damit uninteressant, meinen Experten.

Sanierung wird wohl mindestens 10 Mio. Euro kosten

„Es ist richtig, dass die Baugenehmigung erloschen ist. Das Alexandrinen-Cottage ist vorübergehend vom Markt genommen, bis eine neue Baugenehmigung vorliegt. Sodann wird ein neuer Preis festgelegt“, sagt Christian Plöger, Sprecher des Eigentümers, der Jagdfeld-Gruppe, zu BILD. Die Höhe des Sanierungsaufwandes sei schwer zu beziffern, weil sie sich vor allem nach den Vorstellungen des neuen Eigentümers bemesse. Der Betrag von 10 Millionen Euro markiere eher eine Untergrenze.

Was passiert jetzt mit dem baufälligen Anwesen?

Wie lange wird es dauern, bis eine neue Baugenehmigung erteilt wird? Landkreis-Sprecherin Hinz: „Normalerweise muss binnen drei Monaten entschieden werden. In diesem Fall ist jedoch mit einem längeren Zeitraum zu rechnen, weil es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt.“ Engel & Völkers schreibt hoffnungsvoll: „Das Alexandrinen-Cottage wartet darauf, aus dem Dornröschenschlaf zu neuem Leben erweckt zu werden.“ Auf BILD-Anfrage hat sich das Makler-Büro bisher nicht dazu geäußert.

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