Politik

Deutsche Wähler ticken völlig unterschiedlich: Einwanderung und Klima sind am wichtigsten

Deutsche Wähler ticken völlig unterschiedlich: Einwanderung und Klima sind am wichtigsten
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Berlin – Die Deutschen sind in Sorge. Doch worüber? Die Antwort hängt inzwischen stark davon ab, wen sie wählen. Das zeigt eine neue YouGov-Umfrage. Im Schnitt aller Befragten steht das Thema Einwanderung (32 Prozent) an erster Stelle, gefolgt von Rente und Gesundheit (je 31 Prozent) sowie Wirtschaft (29 Prozent). Ein Blick auf die einzelnen Wählerlager zeigt jedoch: Hier gehen die Prioritäten weit auseinander. Rechts der Mitte brennt es für die Wähler besonders bei Einwanderung und Wirtschaft. Links davon stehen aber Umwelt- und Klimaschutz sowie Ungleichheit im Vordergrund. Nur Gesundheit und Rente beschäftigen Menschen über alle Lager hinweg – das zeigt die Studie, über die zuerst WELT (gehört wie BILD zu Axel Springer) berichtete. Für Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt (73) zeigt das Ergebnis, dass „sich die Trends bei der Thematisierung verstärken“. Heißt: Politisch wird nicht nur die Position zu einem bestimmten Thema debattiert. Sondern auch, welche Themen überhaupt wichtig sind.

Grüne und AfD als Gegenpole

Besonders deutlich wird das beim Thema Asyl und Einwanderung. 71 Prozent der AfD-Wähler nennen es als wichtigstes Thema, aber nur sieben Prozent der Grünen-Wähler. Und während 59 Prozent der Grünen-Anhänger um den Schutz der Umwelt und des Klimas besorgt sind, sagt das nur ein Prozent der AfD-Unterstützer. Irgendwo dazwischen positionieren sich die Anhänger der Regierungsparteien Union und SPD.

Wähler der Sozialdemokraten nennen die Rente zuerst. Dazu YouGov-Meinungsforscher Frieder Schmid: „Insbesondere in den Altersgruppen der 50- bis 59-Jährigen und der 60- bis 69-Jährigen wird das Thema oft genannt. Auf diese Wählergruppen stützt sich die SPD, aber auch die Union.“

Erstaunlich: Die Dauerprobleme der Deutschen Bahn lassen die Deutschen offenbar kalt. Parteiübergreifend nennen nur drei Prozent Verkehr und Mobilität als wichtigstes Thema. Dagegen schafft es die Zuwanderung ganz nach vorne, obwohl sie links der Mitte kaum eine Rolle spielt.

Woran liegt das? Laut aktuellem Insa-Sonntagstrend für BILD ist das rot-rot-grüne Lager aus SPD, Grünen und Linken mit 35 Prozent Zustimmung aktuell schlicht sehr klein. Und Patzelt betont, dass „die Folgeprobleme des Migrationsgeschehens“ näher am Alltag der Menschen seien als etwa der Klimawandel: „Das sichert stärkeren Zulauf zu Parteien, die ständig sichtbare und deshalb priorisierte Probleme zu lösen versprechen.“

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