Unna (Nordrhein-Westfalen) – Ein deutscher Familienbetrieb aus der Metallindustrie kämpft nach fast 75 Jahren ums Überleben. Schwache Auftragslage sowie hohe Kosten für Rohstoffe und Energie haben das westfälische Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Jetzt ist es insolvent! Rund 150 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze.
Die nächste Pleite, und wieder trifft es Unna. Diesmal musste die Hüttenbrauck Profil GmbH Insolvenz anmelden. Ein weiterer Schlag für die Kreisstadt (rund 58.000 Einwohner) im östlichen Ruhrgebiet: Erst Ende Oktober ist der Logistik-Riese Fiege in Schieflage geraten. Dort stehen sogar 1250 Jobs auf der Kippe.
Das sagt der Chef der Metallfabrik
Hüttenbrauck-Geschäftsführer Dr. Peter Remer erklärte in einer Mitteilung: „Das Verfahren ist angesichts der anhaltend schwierigen Marktbedingungen ein notwendiger Schritt. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben wir uns in den vergangenen Jahren bereits intensiv mit der Sanierung unseres Unternehmens aus eigener Kraft auseinandergesetzt.“ Der Anspruch bleibe trotz laufender Insolvenz unverändert: „Höchste Qualität und Zuverlässigkeit!“
Wie der Traditionsbetrieb pleite ging
Gegenüber BILD sagt der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Marvin Bauernfeind (Dortmund): „Hintergrund des Insolvenzantrags ist die weiterhin schwache konjunkturelle Entwicklung in den Branchen Bau und Industrie, die für das Unternehmen wesentlich sind. Die zuletzt anhaltend hohen Rohstoff- und Energiekosten haben die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zusätzlich belastet.“
Die Geschichte des Familienunternehmens
Die Geschichte von Hüttenbrauck begann 1952 in einer kleinen Werkstatt. Schnell wuchs das Familienunternehmen zu einem modernen Fertigungsbetrieb mit zeitweise über 160 Mitarbeitern heran. Der Jahresumsatz betrug nach Firmenangaben zuletzt rund 40 Millionen Euro.
Neben Unna gibt es einen weiteren Standort im nur knapp 10 Kilometer entfernten Fröndenberg (20.000 Einwohner), der laut „Hellweger Anzeiger“ aber aufgegeben wird. Das Unternehmen produziert hochpräzise Stahl- und Aluminiumprofile – für Türen und Fenster, aber auch für Fahrzeuge und Maschinen.
So geht es für die Mitarbeiter weiter
Die Pleite trifft den Traditionsbetrieb aus NRW kurz vor seinem 75-jährigen Jubiläum. „Der Geschäftsbetrieb und die Produktion laufen aber weiter“, sagt Bauernfeind. „Für die rund 150 Mitarbeiter ergeben sich derzeit keine Veränderungen.“ Die Löhne seien bis einschließlich Dezember 2026 durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. „Unser Ziel ist es, im Interesse der Gläubiger eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Zukunftslösung für das Unternehmen zu entwickeln“, erklärt der Sanierungsexperte. „Dazu werden wir auch gezielt Gespräche mit potenziellen strategischen Partnern führen.“