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Unternehmer vor Gericht: Schreibfehler soll Millionen-Betrug entlarvt haben

Unternehmer vor Gericht: Schreibfehler soll Millionen-Betrug entlarvt haben
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Hamburg – Der Geschäftsführer eines Metallgroßhandels steht seit Mittwoch wegen eines gigantischen Steuerbetrugs und gewerbsmäßiger Urkundenfälschung vor Gericht. Thomas K. (63) soll über Jahre hinweg das Finanzamt mit gefälschten Rechnungen um rund 12,5 Mio Euro betrogen haben. Mit dem Geld soll er nicht nur seine Familie großzügig versorgt, sondern auch gleich zwei Geliebte verwöhnt haben. Erst ein winziger Schreibfehler soll den mutmaßlichen Millionenbetrug auffliegen lassen.

Der Angeklagte kam in weißen Turnschuhen, teurem Sakko und Handschellen. K. sitzt seit März in Hamburg in Untersuchungshaft. Wegen der hohen Schadenssumme geht das Gericht von Fluchtgefahr aus. Im Gerichtssaal erwarteten ihn Ehefrau Klara Anna K. (62), seine beiden Söhne (32, 36) sowie seine mutmaßliche Geliebte Katrin W. (51). Die rot gefärbte Magdeburgerin saß direkt hinter ihm, während seine Hamburger Familie Abstand hielt. Seine zweite mutmaßliche Geliebte hatte sich krankgemeldet und ließ sich durch einen Anwalt vertreten.

Auch Familie und Geliebte bangen um Geld

Weder seine Familie noch die beiden Frauen sind in diesem Prozess angeklagt. Als sogenannte „Einziehungsbeteiligte“ spielt das Geld, das sie von K. erhalten haben sollen, in dem Verfahren dennoch eine Rolle. Sollte K. verurteilt werden, müssen sie damit rechnen, dass auch sie ihren Anteil an seiner Millionenbeute verlieren.

Die Verlesung der Anklage dauerte 137 Minuten. Jede Rechnung, die K. zwischen 2018 und März 2026 eingereicht haben soll, wurde mit Datum und Nummer aufgezählt. Monat für Monat soll der Unternehmer mit gefälschten Rechnungen und Kontoauszügen Geschäfte vorgetäuscht haben, die tatsächlich nie stattgefunden hatten. Auf diese Weise soll er in seinen Umsatzsteuervoranmeldungen immer wieder hohe Erstattungsbeträge geltend gemacht haben. Spitzenmonat war Januar 2025, da bekam K. vom Finanzamt rund 580.000 Euro überwiesen.

Ende 2025 wurde eine aufmerksame Finanzermittlerin bei einer Sonderprüfung stutzig: Ihr fiel auf, dass auf den Rechnungen einer Firma aus Bremen, mit der K. scheinbar intensiv zusammenarbeitete, ganz unten ein kleiner Schreibfehler im Firmensitz war. Der Straßenname des Firmensitzes war falsch geschrieben – und das offenbar schon seit Jahren. Als K. am 4. März 2026 verhaftet wurde, hatte er gerade seine nächste Umsatzsteuervoranmeldung abgegeben und hoffte diesmal auf 295.000 Euro vom Fiskus.

Die Verteidiger haben angekündigt, dass der Unternehmer am Freitag zur Anklage aussagen wird. Seine Familie und Katrin W. warten noch ab, ob und wann sie etwas vor Gericht sagen. Ihr Kampf um seine Millionen hat begonnen.

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