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Der sichere Hafen wackelt!: Warum der Goldpreis jetzt fällt

Der sichere Hafen wackelt!: Warum der Goldpreis jetzt fällt
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Frankfurt – Gold galt lange als die Anlage für unsichere Zeiten. Wenn Kriege eskalieren, Preise steigen oder Börsen zittern, greifen viele Menschen zu Gold. Barren, Münzen, Schmuck oder Goldprodukte im Depot: Das Edelmetall steht für Sicherheit. Doch genau dieser sichere Hafen ist gerade ziemlich unruhig.

Am Dienstagmorgen kostete eine Feinunze Gold 3.604,96 Euro. Das waren 62,30 Euro weniger als am Vortag, ein Minus von 1,70 Prozent. Auf Monatssicht sieht es noch deutlicher aus: In Euro hat Gold 6,6 Prozent verloren. Für Sparer und Anleger heißt das: Wer zuletzt Gold gekauft hat, liegt schnell im Minus. Wer schon lange dabei ist, hat zwar oft noch hohe Gewinne. Aber der Traum von immer neuen Rekordpreisen bekommt Risse.

Was steckt dahinter?

Ein wichtiger Grund liegt in den USA. Die Notenbank Fed dürfte die Zinsen länger hochhalten, als viele gehofft hatten. Für Gold ist das schlecht. Denn Gold zahlt keine Zinsen. Wenn Tagesgeld, Anleihen oder andere Anlagen wieder mehr abwerfen, wirkt Gold weniger attraktiv. Dazu kommt: Große Investoren ziehen Geld aus Goldfonds ab. Diese Fonds waren lange eine wichtige Stütze für den Preis. Wenn dort Geld abfließt, fehlt Kaufkraft am Markt.

Auch die Nachfrage nach Schmuck schwächelt deutlich. Im ersten Quartal 2026 brach die weltweite Goldnachfrage im Schmuckbereich um mehr als 23 Prozent ein. Ein Grund: Nach dem starken Preisanstieg der vergangenen Monate ist Gold für viele Käufer schlicht zu teuer geworden.

Jetzt werden die Banken vorsichtiger

Die Deutsche Bank hat ihre Gold-Prognosen um bis zu 22 Prozent gesenkt. Für das dritte Quartal rechnet sie nur noch mit 4300 Dollar je Feinunze, umgerechnet 3761 Euro. Das liegt zwar noch über dem aktuellen Preis, ist aber mehr als 20 Prozent weniger als bisher gedacht. Für das vierte Quartal erwartet die Bank 4800 Dollar (4198 Euro), 17 Prozent weniger als zuvor. Auch Goldman Sachs kappte die Prognose für das Jahresende um 500 Dollar auf 4.900 Dollar (4286 Euro).

Die wichtige Botschaft für Anleger: Gold ist kein Sparbuch. Der Preis kann kräftig schwanken. Wer Gold kauft, sollte es nicht als schnelle Gewinnwette sehen, sondern als Baustein zur Absicherung. Der sichere Hafen ist also nicht verschwunden. Aber gerade zeigt sich: Auch dort kann es stürmisch werden.

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