Politik

Der erstaunliche Verrat von JD Vance an Donald Trump – und was er bedeutet

Der erstaunliche Verrat von JD Vance an Donald Trump – und was er bedeutet
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Washington – Plötzlich wird es einsamer hinter Donald Trump. Die Zwischenwahlen haben den Präsidenten heftig ins Wanken gebracht. Und nicht alle im Weißen Haus wollen mit ihm fallen. Ausgerechnet Vizepräsident JD Vance geht als erster auf Distanz. Nach der schweren Wahlniederlage der Republikaner machte er öffentlich Trumps Iran-Krieg für das Debakel an den Wahlurnen verantwortlich – und handelte sich prompt den Vorwurf der Illoyalität ein. Riskiert Vance für seine eigenen Zukunftspläne den endgültigen Bruch mit Trump?

Angestoßen hat die Spekulationen der Vizepräsident selbst, als er auf X schrieb: „Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg“. Jede Diskussion darüber, wie es weitergeht, müsse dort ansetzen, so Vance. Kein Wort der Unterstützung war in dem langen Beitrag zu lesen für den Mann, der ihn einst vom weitgehend bedeutungslosen Senator (für den US-Bundesstaat Ohio) direkt auf den zweitmächtigsten Posten im Weißen Haus gehoben hat.

UND: Nicht einmal abgestimmt haben soll sich Vance mit Trump, bevor er seine durchaus umstrittene Wahlanalyse veröffentlichte. US-Beobachter vermuten jetzt: Der Vizepräsident will sich freischwimmen von Trump – vor allem, um seine eigenen Chancen auf den Chefsessel im Oval Office nicht zu gefährden.

Vance will ohne Trump-Ballast kandidieren

Tatsache ist: 2028 rückt näher. Und Vance gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Mit der Niederlage bei den Zwischenwahlen steigt für den Vize jedoch die Gefahr, dass Trumps umstrittene Entscheidungen (ICE-Razzien, Zölle etc.) und seine Unbeliebtheit auch an ihm hängen bleiben könnten.

Zugleich ist der Versuch riskant, rechtzeitig ein eigenes Profil für die Zeit nach Trump aufzubauen: Denn der Präsident verlangte von politischen Verbündeten stets vor allem eines: Loyalität. Wer sich jetzt mit Trump überwirft, könnte selbst unter die Räder geraten.

Wird sich auch Rubio von Trump absetzen?

UND: Vance ist womöglich nicht der Einzige im Weißen Haus, der seine Karten neu mischt. Auch um Außenminister Marco Rubio (55) gibt es Rücktrittsspekulationen. Er selbst weist das zwar zurück, er liebe „die Arbeit, die ich mache“, sagte Rubio der New York Times. Doch auch er wird immer wieder als möglicher Präsidentschaftsbewerber für 2028 gehandelt. Auf Nachfragen, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könne, reagierte er bisher mit Schweigen.

So bleibt im Trump-Lager die Frage: Wann ist für potenzielle Nachfolger der richtige Zeitpunkt, sich vom Präsidenten zu lösen? Vance scheint für sich entschieden zu haben: Lieber früher als zu spät. Er will 2028 offenbar auf keinen Fall mit Trumps politischer Bilanz in den Wahlkampf ziehen. Zumindest in Sachen Iran-Krieg kann er jetzt behaupten: Ich habe es die ganze Zeit besser gewusst. Und damit hat er auch viele MAGA-Anhänger auf seiner Seite.

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