Politik

China und Hongkong: Joshua Wong muss zehn Jahre in Haft – wohl bis 2036

China und Hongkong: Joshua Wong muss zehn Jahre in Haft – wohl bis 2036
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Hongkong – Eigentlich hätte er im Januar wieder frei sein sollen. Jetzt drohen ihm weitere zehn Jahre hinter Gittern! Der bekannte Hongkonger Demokratieaktivist Joshua Wong ist am Donnerstag zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Es ist bereits seine zweite Verurteilung nach dem von Peking durchgesetzten Sicherheitsgesetz. Weil sich die neue Strafe teilweise mit seiner bisherigen überschneidet, muss Wong nun voraussichtlich bis 2036 in Haft bleiben. Dann wäre er 40 Jahre alt.

Wong sitzt bereits seit 2020 hinter Gittern. Zuletzt verbüßte er eine Strafe von vier Jahren und acht Monaten wegen „Verschwörung zur Untergrabung der Staatsgewalt“ im Zusammenhang mit einer inoffiziellen Vorwahl der Demokratiebewegung. Seine Entlassung war für Januar 2027 erwartet worden. Doch das wird nun wohl nicht mehr passieren.

Im Jahr 2025 hatten die Behörden ihn erneut angeklagt. Der Vorwurf: Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften. Wong soll gemeinsam mit dem im Exil lebenden Aktivisten Nathan Law (33) ausländische Regierungen dazu bewegt haben, Sanktionen gegen China und Hongkong zu verhängen. Wong bekannte sich im September schuldig.

Richter William Tam bezeichnete die Tat als schwerwiegend und Wong als einen der Drahtzieher. Er hatte zunächst eine Haftstrafe von 13 Jahren erwogen, reduzierte sie aber unter anderem wegen Wongs Schuldeingeständnis auf zehn Jahre. Die letzten zwei Monate seiner bisherigen Strafe darf Wong gleichzeitig mit der neuen Strafe absitzen.

Wong ist Gesicht der Demokratiebewegung

Wong wurde schon als Teenager zu einem der berühmtesten Gesichter der Hongkonger Demokratiebewegung. Seit den Massenprotesten 2019 hat Peking seinen Griff auf die Sonderverwaltungsregion massiv verschärft.

Kritiker sehen das Sicherheitsgesetz als Instrument gegen politische Gegner, China und Hongkong erklären es dagegen für notwendig, um Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten. Aus dem Gefängnis betonte Wong, sein Aktivismus sei „nie von Hass getrieben“ gewesen.

Vielleicht verpasst