Politik

Hubert Aiwanger: Vom Bauernsohn zum Vize-Ministerpräsidenten

Hubert Aiwanger: Vom Bauernsohn zum Vize-Ministerpräsidenten
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München – Er war einer der ungewöhnlichsten Aufsteiger der bayerischen Politik. Hubert Aiwanger, geboren am 26. Januar 1971 in Ergoldsbach, wuchs im niederbayerischen Rahstorf bei Rottenburg an der Laaber auf.

Als Sohn eines Landwirts kannte er die Arbeit auf dem Hof von klein auf. Schon als Jugendlicher engagierte er sich, unter anderem als Vorsitzender der Katholischen Landjugend.

Nach dem Abitur 1990 und dem Grundwehrdienst studierte Aiwanger Landwirtschaft an der Fachhochschule Weihenstephan. 1995 schloss er als Diplom-Agraringenieur ab und arbeitete anschließend im Familienbetrieb. Die bäuerliche Herkunft und seine niederbayerische Heimat wurden später zu wichtigen Teilen seines politischen Selbstverständnisses.

2001 schloss er sich den Freien Wählern an. Es folgte ein bemerkenswert schneller Aufstieg:

Ortsvorsitzender in Rottenburg, Kreisvorsitzender in Landshut und schließlich 2006 Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern. Zwei Jahre später gelang der Partei erstmals der Einzug in den Bayerischen Landtag. Aiwanger übernahm den Fraktionsvorsitz und wurde zum Gesicht der Partei. Seit 2010 führt er die Freien Wähler auch auf Bundesebene.

Seit vielen Jahren hatte Aiwanger eine Lebensgefährtin, mit Tanja Schweiger (48) hatte er zwei Söhne. Tanja Schweiger ist Landrätin für die Freien Wähler in Regensburg.

Aiwangers Karriere lief nicht immer ohne Kontroversen. Sein bisweilen scharfer Ton und einzelne politische Äußerungen sorgten wiederholt für Kritik. Besonders belastend war 2023 die Debatte um ein antisemitisches Flugblatt aus seiner Schulzeit. Die Affäre brachte ihn erheblich unter Druck. Politisch überstand er die Krise jedoch.

Seinen größten Karriereschritt hatte Aiwanger bereits 2018 gemacht: Nach der Landtagswahl bildeten CSU und Freie Wähler erstmals gemeinsam die bayerische Regierung. Aiwanger wurde Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und zugleich stellvertretender Ministerpräsident. Diese Ämter bekleidete er bis zuletzt.

Aus dem Bauernsohn und Agraringenieur aus Niederbayern war damit einer der mächtigsten Politiker des Freistaats geworden.

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