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„Bayreuther Festspiele“: Katharina Wagner entschuldigt sich bei Michel Friedman

„Bayreuther Festspiele“: Katharina Wagner entschuldigt sich bei Michel Friedman
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Bayreuth (Bayern) – Wirbel um das 150-jährige Jubiläum der Bayreuther Festspiele: Eine geplante Veranstaltung über Antisemitismus wurde mit dem Verweis auf „Sicherheitsbedenken“ abgesagt. Michel Friedman (70), der als Redner eingeplant war, übte scharfe Kritik. Nun hat sich Festspiel-Chefin Katharina Wagner (48) laut Friedman bei ihm entschuldigt.

In der ZDF-Sendung „Kulturzeit“ verkündete Friedman am Donnerstag, Wagner habe ihm einen Brief geschrieben und sich „für das gesamte Verhalten, wie ich denke, sehr glaubwürdig und sehr ernsthaft entschuldigt“. Wagner habe ihm angeboten, „den Zustand wiederherzustellen“ – das Konzert würde am vorgesehenen Ort und zum vorgesehenen Termin stattfinden.

Der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) liegt der Brief der Richard-Wagner-Urenkelin exklusiv vor. Demnach schrieb sie an Friedman: „Es tut mir wirklich sehr leid!“ Es sei ihr wichtig, „der schrecklichen Dinge zu gedenken, mit denen die Festspielgeschichte fatal verknüpft ist“. Sie betonte: „Eine reine Jubelfeier wäre für mich unerträglich!“ Gegenüber der SZ zeigte sich Friedman versöhnlich: „Wenn sich jemand bewegt, sollte man sich mitbewegen.“

Wie kam es zum Eklat?

Was genau passiert ist: Michel Friedman sollte beim Konzert „Verstummte Stimmen“ zum Gedenken an ermordete jüdische Musiker am 26. Juli sprechen. Konkret sollte es in seinem Beitrag um den Komponisten Richard Wagner (1813-1883) gehen, der seinerzeit immer wieder Antisemitismus verbreitet hatte. Auch die Verstrickungen seiner Nachkommen mit dem Naziregime und die fehlende Aufarbeitung sollten Thema sein – die Festspiele blicken auf eine teils dunkle Geschichte zurück: Adolf Hitler war ein Fan von Wagner und gern gesehener Gast in Bayreuth. Die damals amtierende Festspiel-Chefin Winifred Wagner war eine Verehrerin des Diktators.

Doch wenige Wochen vor dem geplanten Auftritt bekam Friedman eine Absage. Das Konzert könne nicht stattfinden, hieß es.

Friedman empört über Absage

Auf Anfrage erklärte die Festspiel GmbH gegenüber der ZDF-„Kulturzeit“, die Absage sei „nicht aus inhaltlichen oder organisatorischen Gründen erfolgt, sondern ausschließlich aufgrund der sicherheitsrelevanten Rahmenbedingungen, die in dieser Form nicht verhandelbar sind“. Für Friedman, dessen Eltern den Holocaust überlebten, war der Vorgang inakzeptabel. „Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen abzusagen, ist in einer Demokratie der Tod durch Selbstmord“, sagte er. Auf Drohungen von Extremisten gebe es eine ganz einfache Antwort: „Dann sichert diese Veranstaltung. Und spart euch alle Sonntagsreden!“ Weiter bezeichnete er „die Signale aus Bayreuth“ als „unglaubwürdig“ und „kontraproduktiv“.

Was steckt wirklich hinter der Absage?

Friedman gab an, die Absage sei für ihn überraschend gekommen. Das ZDF berichtet, intern sei bereits im Frühjahr klar gewesen, dass der Auftritt nicht wie geplant stattfinden werde. Deshalb sei der Vorverkauf nie gestartet worden. WELT (gehört wie BILD zu Axel Springer) schreibt: Anders als geplant habe das Friedrichsforum, in dem Gedenkkonzert mit Friedmans Redebeitrag stattfinden sollte, nicht zur Verfügung gestanden. Deshalb sollte die Veranstaltung ins Bayreuther Festspielhaus verlegt werden. Dort kollidierte der Termin am 26. Juli morgens jedoch offenbar mit strengen Sicherheitsauflagen und dem Bühnenaufbau für die „Rienzi“-Premiere am selben Tag. Nach Darstellung der Bayreuther Festspiele sollte das Gedenkkonzert deshalb nicht endgültig abgesagt, sondern verschoben werden. Michel Friedman sei darüber – wie die Festspiele einräumen – etwas zu spät informiert worden.

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