Berlin – Hoch die Tassen? Bitte deutlich bedachter, wenn es nach den Grünen geht. Der Partei ist der Alkoholkonsum in Deutschland zu hoch. Die Bundestagsfraktion will darum gegen den Konsum von Bier, Schnaps, Wein & Co. vorgehen. Nächste Woche bringt die Fraktion einen Antrag in den Bundestag ein. Ziel: besserer Schutz von Kindern und Jugendlichen. Das könnte Folgen für Eltern haben – auch an der Supermarktkasse soll sich was ändern.
Grüne warnen vor hohem Alkoholkonsum in Deutschland
„Deutschland ist in Bezug auf Alkohol noch immer ein Hochkonsumland und belegt in internationalen sowie europäischen Rankings hier regelmäßig traurige Spitzenpositionen – das hat erhebliche gesundheitliche Folgen und verursacht Jahr für Jahr enorme volkswirtschaftliche Kosten“, begründet Linda Heitmann (43), Sprecherin für Drogen- und Suchtpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, gegenüber dem Tagesspiegel.
Grüne fordern Werbeverbot und strengere Regeln
In ihrem Antrag fordern die Grünen ein Alkoholpräventionsgesetz. Das sogenannte „begleitete Trinken“, bei dem Teenager in Begleitung ihrer Eltern ab 14 Jahren Bier oder Wein trinken dürfen, soll weg. Diese Gesetzesänderung ist im Bundesfamilienministerium bereits in Arbeit.
Dazu soll Werbung für Alkohol verboten werden, wenn sich diese speziell an Jugendliche richtet. Die Kommunen sollen stärker kontrollieren, dass Geschäfte beim Verkauf von Alkohol die Altersgrenzen einhalten: „Dabei ist insbesondere zu prüfen, alkoholische Getränke im Kassenbereich nicht mehr frei zugänglich anzubieten.“ Zudem soll sich die Besteuerung stärker am Alkoholgehalt orientieren. Heißt: je mehr Prozente ein Getränk hat, desto teurer wird es.
Hendrik Streeck nennt Millionen mit riskantem Konsum
Auch der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) sieht ein Problem. „15,3 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 59 Jahren weisen einen riskanten Alkoholkonsum auf – hochgerechnet knapp sieben Millionen Personen“, heißt es auf einer von ihm verantworteten Internetseite. Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig (Stand: 2022).