Die Schulden des deutschen Staates sind im ersten Quartal auch wegen der sogenannten „Sondervermögen“ für Infrastruktur und Bundeswehr gestiegen. Ende März standen Bund, Länder, Gemeinden sowie die Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte mit 2726,5 Milliarden Euro in der Kreide. Das waren 2,4 Prozent oder 64,9 Milliarden Euro mehr als Ende 2025, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Erfasst werden in dieser Statistik die Schulden gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich, darunter Kreditinstitute und private Unternehmen im In- und Ausland.
Die Schulden des Bundes stiegen zum Ende des ersten Quartals um 44,4 Milliarden Euro (+2,4 Prozent) auf 1884,9 Milliarden Euro. „Ursächlich hierfür waren insbesondere die Anstiege der Schulden bei zwei Sondervermögen“, erklärten die Statistiker. Das „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ erhöhte seine Verschuldung um 44,7 Prozent auf 35,2 Milliarden Euro. Die Verschuldung des „Sondervermögen Bundeswehr“ um 10,2 Prozent auf 47,4 Milliarden Euro.
Die Verbindlichkeiten der Länder summierten sich Ende März auf 642,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 17,6 Milliarden Euro (+2,8 Prozent) zum Vorquartal. Der stärkste prozentuale Anstieg wurde für Sachsen-Anhalt mit 10,2 Prozent ermittelt, gefolgt von Niedersachsen (+6,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (+4,6 Prozent). Die Schulden sanken prozentual am stärksten in Bremen (-4,2 Prozent), gefolgt von Schleswig-Holstein (-1,5 Prozent) sowie Bayern (-1,2 Prozent).
Auch bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden nahm die Verschuldung zu. Sie stieg um 3,0 Milliarden Euro auf 199,3 Milliarden Euro (plus 1,5 Prozent). Den höchsten prozentualen Anstieg wiesen die Kommunen in Bayern (+7,6 Prozent) auf, gefolgt von denen in Brandenburg und Baden-Württemberg (jeweils +5,6 Prozent). Einen Rückgang von 2,8 Prozent meldeten die Gemeinden in Nordrhein-Westfalen aufgrund des Altschuldenentlastungsgesetzes. Auf dieser Grundlage übernimmt das Land NRW anteilig Schulden seiner Kommunen.
Die Verschuldung der Sozialversicherung sank im ersten Quartal um 0,2 Millionen Euro (-1,8 Prozent) auf 9,3 Millionen Euro.