Berlin – Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht für Bahnreisende. Die gute: Züge und Bahnhöfe sollen spürbar sauberer und sicherer werden. Die schlechte: Pünktlich wird die Bahn dadurch nicht. Konkret: Was als „Sofortprogramm“ gegen Dreck und Vandalismus begann, wird nun zum „Dauerprogramm“. Bis 2030 fließen zusätzlich 210 Millionen Euro in saubere Stationen und sicherere Züge.
Bahnchefin Evelyn Palla (52) über ihr „XXL-Waschprogramm“ zu BILD: „Sauberere Züge und Bahnhöfe, mehr Sicherheit und mehr Komfort sollen nicht die Ausnahme sein, sondern unser neuer Standard. Wir wissen: Noch läuft nicht alles so, wie es soll. Aber wir stehen zu unserem Versprechen: Die Bahn muss jeden Tag ein Stück besser werden.“
Die Bilanz der bisherigen Sofortprogramme: 200 Fußballfelder Bodenfläche gründlich gereinigt. Graffiti auf 17.000 Quadratmetern entfernt. 44 mobile Handwerkerteams reparieren Schäden in den Stationen. Täglich sind 220 „Sauberkeitskollegen“ unterwegs – doppelt so viele wie früher. Sie reinigen Woche für Woche rund 52.000 Toiletten an Bord. Störanfällige Bauteile werden laut Bahn ausgetauscht, bevor sie kaputtgehen. Die Zahl der Störungen sank bereits um 25 Prozent. Bei Problemen greifen mobile Instandhaltungsteams in Frankfurt am Main, München, Hamburg und Berlin direkt ein.
Und: ICEs bekommen jetzt extra eine aufwendige Handwäsche. Palla: „Der Schmutz muss weg. Deshalb greifen unsere Teams selbst zur Bürste. Sie schrubben, bis der ICE glänzt. Unsere Fahrgäste sollen schon beim Einfahren des Zuges sehen: Die Bahn kümmert sich um Qualität bis ins letzte Detail.“ Die Fahrt durch die Waschstraße ist ohnehin Standard.
Pünktlichkeit nur bei 53 Prozent
Das Kernproblem der Bahn aber bleibt ungelöst. Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr verharrt auf einem Tiefstand von rund 53 Prozent. Heißt: Fast jeder zweite ICE oder IC hat Verspätung. Für die Fahrgäste heißt das: Warten müssen sie am Bahnsteig oder im Bahnhof weiterhin, allerdings wohl in einer künftig saubereren Umgebung.