Reykjavík – Die Briten wollten raus, diese Europäer wollen (vielleicht) rein: Hochspannung vor dem heutigen EU-Referendum in Island! Zur Wahl steht zwar nicht die tatsächliche Mitgliedschaft im Staatenbund – doch bei einem „Já“ des kleinen Inselstaates würden die 2013 eingestellten EU-Beitrittsgespräche wohl schon bald wieder aufgenommen. BILD meint: Wählt, wie ihr wollt, aber kommt doch gerne zu uns! Hier sind fünf Gründe, warum wir Euch unbedingt dabeihaben wollen:
Wir wären um eine Attraktion reicher
Über vier Millionen Quadratkilometer ist die EU derzeit groß, rund 450 Millionen Menschen sind hier heimisch – doch gibt es hier gerade mal drei popelige Geysire (zwei in Deutschland, einer in der Slowakei), die noch dazu reine Kaltwassergeysire sind. Bei Euch allein gibt es mehrere Dutzend der heißen Fontänen. Liebe Isländer, wenn ihr zu uns kommt, würde sich die Zahl innerhalb der EU sofort vervielfachen!
Ohne Eure Trainer sind wir verloren
Ja, ihr seid viel kleiner als wir (400.000 Isländer vs. 83 Millionen Deutsche), doch was wäre unser Handball ohne Eure Trainer? Vor zehn Jahren hat Dagur Sigurðsson (53) unsere Jungs zum bislang letzten EM-Titel geführt, diesen Winter hätte Landsmann Alfreð Gíslason (66) dieses Kunststück fast noch einmal vollbracht. Dass der Titeltraum gegen Dänemark doch noch geplatzt ist – Schwamm drüber, unsere zweitliebste Sportart braucht Euch!
Pizza und Pasta kann jeder
Im Gebiet der Europäischen Union haben weltweit geschätzte Spezialitäten wie Pizza, Pasta und Schnitzel ihre Wurzeln. Aber gekochter, abgeflammter Schafskopf fehlt uns bisher noch auf der Speisekarte. Wir probieren Euer Nationalgericht Svið auch wirklich mal, versprochen!
Wir lieben Eure Kuschel-Pullis
Na gut, ihr werdet jetzt vielleicht lachen, aber es stimmt: Auch wir frieren mal! Dafür muss es gar nicht in den zweistelligen Minusbereich gehen, wie bei Euch im Winter – ein regnerischer Herbsttag reicht schon. Und dann sind Eure schicken Kuschel-Pullis (oft mehrere hundert Euro teuer) die Rettung. Und ihr könnt dann nochmal über den Ladenpreis nachdenken, wenn wir EU-Partner sind.
Wir sind sogar Verwandte
Vielleicht nicht die engste Familie, aber doch mindestens bucklige Verwandtschaft! Deutsch und Isländisch sind beides germanische Sprachen, und so verstehen wir immer wieder einzelne Wörter bei Euch. „Einn“ (Eins), „Tveir“ (Zwei) zum Beispiel. Und wenn ihr Deutsch sprecht, klingt das ohnehin unfassbar charmant!
Aber wie gesagt, wählt ganz nach Eurem Bauchgefühl. Wir quatschen Euch da nicht rein. Wenn dann in der Nacht auf Sonntag die ersten Ergebnisse eintrudeln, könnt ihr Euch aber sicher sein, dass wir auf ein isländisches „Já“ hoffen.