Washington/Teheran – Zum Start der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada macht US-Präsident Donald Trump der Welt wieder Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs. „Zeitpunkt und Ort der Unterzeichnung werden in Kürze bekannt gegeben“, verkündete Trump auf seinem Onlinedienst Truth Social. Nach Gesprächen mit „der höchsten Ebene der iranischen Führung“ zeichne sich eine Verhandlungslösung ab, schrieb Trump. Eine Bestätigung aus Teheran gab es zunächst aber nicht.
Trump: Unterzeichnung „vielleicht in Europa“
Kurz nach seinem Post sagte Trump im Oval Office zu Journalisten, es sei eine „großartige Vereinbarung“ für ein Ende des Iran-Kriegs erzielt worden. Die entsprechenden Dokumente müssten noch fertiggestellt werden, was in den „kommenden Tagen“ erfolgen dürfte. Eine Unterzeichnung des Abkommens werde „vielleicht in Europa“ stattfinden.
Trump sagte laut US-Sender „Fox News“, dass Vizepräsident JD Vance (41) voraussichtlich an der Zeremonie teilnehmen werde, die „bereits an diesem Wochenende“ in Europa stattfinden könnte.
Aber: In den vergangenen Tagen war es erneut zu Angriffen zwischen den USA und dem Iran gekommen. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. Das iranische Außenministerium nannte die im April vereinbarte Feuerpause danach „praktisch bedeutungslos“.
Ölpreis gibt nach, Aktienkurse steigen
Die Abmachung werde bedeuten, dass der Iran „niemals eine Atomwaffe“ haben werde, sagte Trump, ohne nähere Angaben zu machen. Außerdem werde die Straße von Hormus wieder geöffnet. Der Ölpreis gab nach Trumps Ankündigung deutlich nach. Zugleich stiegen die Aktienkurse kräftig an.
Iran widerspricht Trump
Trump hat in den vergangenen Monaten wiederholt erklärt, eine Vereinbarung mit Teheran sei nah. Dies konkretisierte sich dann aber nie. Für Donnerstagabend hatte Trump dem Iran noch mit „sehr heftigen“ Angriffen gedroht.
Der Iran hat nach eigenen Angaben noch keine endgültige Entscheidung über ein Abkommen mit den USA getroffen. „Bislang ist der Iran zu keiner abschließenden Entscheidung über das Abkommen gelangt“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Esmail Bakaei, gegenüber iranischen Medien am Freitagmorgen. Er widersprach damit Angaben von US-Präsident Donald Trump. „Es wurde kein Text für eine Vereinbarung gebilligt“, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf Verhandlungskreise.