München – Oberbürgermeister und nebenberuflich bezahlter Mitarbeiter beim FC Bayern. Jetzt wird Münchens Ex-OB Dieter Reiter (68) der Job beim deutschen Fußball-Rekordmeister zum Verhängnis. Die Regierung von Oberbayern hat laut übereinstimmenden Medien ein Disziplinarverfahren gegen den SPD-Politiker eingeleitet. Es bestehe der Verdacht, dass Reiter gegen Vorschriften des Beamtenrechts verstoßen habe, indem er ohne Genehmigung des Stadtrats beim FC Bayern „eine vergütete Tätigkeit ausgeübt hat“. Das berichten der Bayerische Rundfunk (BR), die „tz“ und der „Münchner Merkur“ unter Berufung auf einen Behördensprecher.
Dabei ging es um seinen Posten im Verwaltungsbeirat, ab Februar auch im Aufsichtsrat des Klubs. Als dies vor der Kommunalwahl im März publik wurde, war der Wirbel groß. Reiter trat von den Bayern-Ämtern zurück und spendete die 90.000 Euro, die er bis dato vom Verein bekommen hatte, an soziale Projekte. Trotzdem unterlag Reiter bei der Wahl zum Oberbürgermeister seinem Herausforderer Dominik Krause (35) von den Grünen deutlich. Noch am Abend der Stichwahlniederlage am 22. März verkündete er den Rückzug aus der Politik.
Reiter schweigt seit Einleitung des Verfahrens
Der Regierung zufolge wurde Reiters Rechtsanwalt über die Einleitung des Verfahrens informiert. Man habe ihm auch Gelegenheit gegeben, sich zum Verdacht zu äußern. Sobald der Sachverhalt geklärt ist, werde man „die nächsten Schritte prüfen“, so die Regierung. „Sollte sich ein Dienstvergehen bestätigen, ist über eine etwaige Disziplinarmaßnahme nach pflichtgemäßem Ermessen, insbesondere unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit, zu entscheiden“, zitiert der BR die Behörde. Bis zum Abschluss des Verfahrens gelte aber die Unschuldsvermutung. Reiter selbst wollte sich nach Angaben von Ippen Media nicht zum Verfahren äußern.