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Yad Vashem kommt nach Deutschland: Bildungszentren in München und Leipzig

Yad Vashem kommt nach Deutschland: Bildungszentren in München und Leipzig
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Jerusalem/Berlin – Yad Vashem kommt nach Deutschland . Es ist eine Entscheidung von historischer Tragweite. Seit Donnerstag ist klar, wo die zentrale israelische Gedenkstätte zur Erinnerung an den Holocaust und die Ermordung von mehr als sechs Millionen Juden während der NS-Zeit ihre erste Niederlassung außerhalb Israels eröffnen wird. Die Überraschung: Es bleibt nicht bei einem Ort. Yad Vashem geht nach München (Bayern) UND Leipzig (Sachsen).

Die Idee entstand 2023 bei einem Treffen zwischen Yad-Vashem-Chef Dani Dayan (70) und dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (67, SPD). Am 19. Juni 2024 kündigte die Gedenkstätte dann offiziell an, die Errichtung eines Holocaust-Bildungszentrums in Deutschland zu prüfen. Im September 2025 kamen Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen in die engere Auswahl.

Markus Söder ergriff früh die Initiative

Nun ist die Entscheidung gefallen: Bayern UND Sachsen setzen sich durch. München wird Sitz des „Yad Vashem Education Center“, Leipzig ergänzt als zweiter Standort. Die Entscheidung für München hat eine besondere historische Dimension. Die Nationalsozialisten bezeichneten die bayerische Metropole als „Hauptstadt der Bewegung“. Von hier aus begann der politische Aufstieg der NSDAP. Dass ausgerechnet dort nun das zentrale Bildungszentrum der israelischen Einrichtung in Deutschland entsteht, verleiht der Standortwahl besondere Symbolkraft.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) hatte zudem früh die Initiative ergriffen. Im Dezember 2023 reiste er nach Jerusalem, besuchte die Gedenkstätte und vereinbarte eine vertiefte Zusammenarbeit. Er sagte nach der Entscheidung am Donnerstag: „Was für eine Ehre! Yad Vashem kommt nach Bayern.“ Er betonte: „Wir haben uns als Freistaat sehr dafür eingesetzt. Bayern wird für Yad Vashem ein gutes Zuhause sein.“

MP Kretschmer spricht von Ehre und Verpflichtung

Die Zweigstelle Leipzig entsteht im Ariowitsch-Haus – Ende der 1920er Jahre als Altersheim für orthodoxe Juden errichtet, heute ein jüdisches Kultur- und Begegnungszentrum. Der Freistaat Sachsen ist bereit, dafür bauliche Erweiterungen vorzunehmen. Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) bezeichnete die Entscheidung als „eine große Ehre und zugleich Verpflichtung“. Er sagte weiter: „Tatsächlich sind Bildung und Begegnung ganz entscheidend, um das Gedenken wachzuhalten und Geschichte begreifbar zu machen.“

Wichtig: In Deutschland entsteht kein weiteres Museum, sondern ein Zentrum für Bildungsarbeit. Von München und Leipzig aus sollen Pädagogen fortgebildet, Unterrichtsmaterialien entwickelt und Kooperationen mit Schulen, Behörden und anderen Institutionen ausgebaut werden. Vorbild ist die „International School for Holocaust Studies“ in Jerusalem, die seit 1993 Pädagogen aus aller Welt fortbildet und didaktische Konzepte erarbeitet.

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