Wenn Schafe meckern könnten, würden sie ab Montagabend wohl ihre Wolle zurückfordern. Wie frisch geschoren erwischt sie die nächste Wetterlaune nämlich eiskalt. Und auch wir Menschen müssen uns auf kühlere Tage einstellen. Mit einem Unterschied: Wir können wenigstens zur Jacke greifen. Verantwortlich ist die berüchtigte „Schafskälte“, die der Sommerstimmung in den kommenden Tagen einen kräftigen Dämpfer verpasst.
Das Phänomen ist ein klassischer Wetter-Störenfried zwischen dem 4. und 20. Juni: Nach ersten sommerlichen Tagen strömt plötzlich kühle Luft nach Deutschland, die Temperaturen sacken spürbar ab. Ihren Namen verdankt die Wetterlage den Schafen, die traditionell um diese Zeit geschoren werden – und dann bei einem Kälteeinbruch ganz schön ins Frösteln geraten können.
So lange bleibt die Schafskälte
Glücklicherweise tritt die Schafskälte in unterschiedlicher Intensität auf. Dr. Karsten Brandt von Donnerwetter.de hat sie auf dem Wetter-Schirm, aber: „Ganz so eiskalt wird es nicht“, verspricht der Experte. Vor allem am Montag wird das Wetter tagsüber noch fast überall in Deutschland schön, bei Temperaturen um die 26 Grad, außer im Norden: Da ist es bereits trüb und windig bei Temperaturen um 18 Grad.
Brandt zu BILD: „Abends nähern sich von Westen erste Schauer.“ Und die bringen Abkühlung: „Am Dienstag wird es überall deutlich kühler und gewittrig.“ Mit einem feuchten Dämpfer rechnet auch der Deutsche Wetterdienst: „Am Montagabend an den Alpen und im Westen einzelne Gewitter.“ Dabei gebe es auch eine geringe Wahrscheinlichkeit für Starkregen, stürmische Böen und kleinkörnigen Hagel. Die Temperaturen kommen im Süden Deutschlands dabei nicht über 18 Grad, genauso im Norden. In der Mitte wird es von Hessen nach Sachsen mit 20/21 Grad noch am wärmsten.
Daran ändert sich auch am Mittwoch nichts. Es heißt also abwarten. Karsten Brandt erwartet deutlich höhere Temperaturen zum Ende der Woche.