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WM-Roadtrip durch drei Länder: Sechs Berliner reisen der DFB-Elf hinterher

WM-Roadtrip durch drei Länder: Sechs Berliner reisen der DFB-Elf hinterher
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Toronto (Kanada) – Acht Jahre haben sechs Freunde aus Berlin auf diese Reise hingefiebert. Acht Jahre lang gespart, acht Jahre lang Urlaubstage gesammelt. Jetzt ist der Trip ihres Lebens wahr geworden: Während der Weltmeisterschaft 2026 reisen sie durch Nordamerika – von Deutschland-Spiel zu Deutschland-Spiel. Quer durch die USA, Kanada und vielleicht auch Mexiko.

Die BILD-Reporter treffen die Fußballfans auf einem Parkplatz am Rande Torontos. Zwei Camper sind das Zuhause von Tobias Brosius (44), Nils von Germar (42), Enrico Ausborn (42), Michael Sowa (39), Jonny Pohl (36) und Rick Korau (30).

Fußball verbindet die sechs Freunde

Sie kennen sich aus der Schule, von der Arbeit, vom Zocken. Fußball verbindet sie. Sie sind Fans von Hertha, Union, Bayern oder Köln – nur bei der Nationalmannschaft ziehen sie an einem Strang. „Es macht viel Spaß, gemeinsam auf einem Abenteuer zu sein“, sagt Enrico. 2012 waren sie zusammen bei der EM in der Ukraine, 2018 bei der WM in Russland.

Dort gaben sie sich das Versprechen für die aktuelle Tour: 16.100 Kilometer liegen vor ihnen.

Roulette in Vegas, Zipline am Grand Canyon

Am 9. Juni ging es mit dem Flieger von Berlin nach Las Vegas. In der Glücksspielmetropole mieteten die Freunde die Camper für 8.500 Euro. „Wir haben Las Vegas mit Gewinn verlassen“, sagt Enrico. Rick gewann beim Roulette 280 Dollar (ca. 245 Euro). Michael erspielte an Automaten etwa 800 Dollar (ca. 702 Euro).

Dann reisten die Camper zum Grand Canyon, Gallup, Roswell, Austin und Houston. Zur ersten Spielstätte der Deutschen! Dort erlebten sie den spektakulären 7:1-Sieg gegen Curaçao live im Stadion.

Verabredungen zu Raucherpausen über Walkie-Talkies

Die Wohnmobile fahren hintereinander. Das Sextett kommuniziert während der Fahrt über Walkie-Talkies. „Dann können wir durchgeben, wenn wir mal anhalten müssen. Ab und zu haben wir einen Trucker oder Drive-ins auf unserer Frequenz“, sagt Tobias.

Berliner sorgen überall für gute Laune

Mit ihren schwarz-rot-goldenen Perücken, Hüten und Outfits fallen sie auf. Ihre Leichtigkeit kommt bei den Amerikanern gut an und weckt in ihnen herzliche Gastfreundschaft.

„In Saint Louis haben wir lange an der Kasse überlegt, welche Tickets wir für ein Baseballspiel kaufen sollten. Da hat uns die Kassiererin irgendwann die Tickets im Wert von 250 Euro geschenkt“, erzählt Enrico. Im Stadion sei ein Bier nach dem anderen ausgegeben worden, sogar ein Baseball sei ihnen geschenkt worden.

Am Ohio River geriet die Truppe an den Rand eines Tornados: „Um 4.30 Uhr hat der Camper gewackelt“, erzählt Michael. In Detroit schafften sie es trotz Fan-Outfits sogar in eine Rooftop-Bar mit strengem Dresscode. Jonny sagt: „Wir haben auf der Reise bisher nur eine unfreundliche Person getroffen – und das war ein Deutscher. Der fand unsere Verkleidungen peinlich.“

„Du weißt morgens nicht, was abends passiert“

In Toronto traf die Nationalmannschaft auf die Elfenbeinküste (2:1). „Du weißt am Morgen nicht, wie dieser Urlaub weitergeht. Das ist das Besondere“, sagt Enrico.

Drei der sechs Freunde bleiben die vollen sechs Turnierwochen und haben Tickets bis zum Sechzehntelfinale. Die anderen reisen nach der Vorrunde zurück. Für die Vollzeit-WM-Fahrer wird der Traum teuer: Knapp 15.000 Euro kostet die Reise pro Person.

Frauen und Freundinnen halten den Rücken frei

Zu Hause in Berlin warten Ehefrauen und Kinder. Nils hat drei Kinder, Tobias und Enrico jeweils zwei, Jonny eins. „Die Frauen sind für uns ein riesengroßes Geschenk. Sie ermöglichen uns das alles, indem sie uns den Rücken freihalten“, sagt Nils.

Eine Reise, die viel Geld kostet – aber für die sechs Freunde unbezahlbar ist.

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