Was für eine Heldengeschichte! Der mexikanische Stürmer Raul Jiménez erzielt beim Auftaktspiel des WM-Gastgebers gegen Südafrika per Kopf das Tor zum 2:0-Endstand (67.), wird von den über 80.000 Zuschauern auf den Rängen des Aztekenstadions tosend gefeiert. Nach seinem Treffer sind ihm die Emotionen ins Gesicht geschrieben – er zeigt mit den Zeigefingern in Richtung Himmel, hat Tränen in den Augen. Auffällig: Der Mexikaner trägt einen speziellen Kopfschutz. Und das hat einen dramatischen Hintergrund.
Am 29. November 2020 erleidet der mexikanische Stürmer (damals bei Premier-League-Klub Wolverhampton) bei einem Zusammenstoß mit Arsenals David Luiz eine heftige Kopfverletzung. Während der Anfangsphase der Premier-League-Partie im Emirates Stadium steigt Jiménez bei einer Ecke der Gunners im eigenen Sechzehner zum Kopfball hoch. Arsenal-Verteidiger David Luiz kommt in dem Moment angerauscht, springt ebenfalls nach oben – und die beiden knallen mit voller Wucht ineinander.
Es sind schlimme Szenen, die sich abspielen. Sanitäter versorgen den Stürmer mit Sauerstoff, legen ihn auf eine Trage – und bringen ihn vom Platz. In einem Krankenhaus in London kommt es sofort zu einer Notoperation. Jiménez erleidet bei dem Aufprall einen Schädelbruch und eine lebensbedrohliche Hirnblutung. Danach betont Jiménez: „Sie sagten mir, es sei wie ein Wunder, dass ich noch da bin.“
Die dramatische Geschichte des Mexiko-Stürmers
Und weiter: „Ich hatte einen Schädelbruch, der Knochen war gebrochen, und es gab eine leichte Hirnblutung. Dadurch wurde mein Gehirn nach innen gedrückt. Deshalb musste die Operation schnell erfolgen. Die Ärzte haben wirklich gute Arbeit geleistet.“
Jiménez verbringt mehrere Tage im Krankenhaus und kehrt nach neun Monaten auf den Platz zurück. Seitdem spielt er mit dem Spezial-Stirnband mit Polstern – damit wird der betroffene Bereich geschützt.
Der Mexikaner wechselt in der kommenden Saison zurück zu den Wolverhampton Wanderers, die aus der Premier League abgestiegen sind. Er verlässt den FC Fulham nach drei Jahren. Doch zuvor will er mit den Mexikanern bei der WM angreifen – der Auftakt ist ihm und seinem Team geglückt.
Auftaktspiel in Mexiko mit drei Roten Karten
Und das Spiel in Mexiko-Stadt hat es von Anfang an in sich: Südafrikas Sithole vertändelt den Ball nach einem Zuspiel von Torwart Williams an der Strafraumgrenze gegen Lira, der zu Quinones durchsteckt. Der tunnelt Williams mit einem Rechtsschuss aus 14 Metern – 1:0 (9.). Die Zuschauer flippen aus, die Spieler feiern den Treffer schon wie die Weltmeister.
Sithole zieht nach der Pause gegen den alleine aufs Tor zulaufenden Mexikaner Gutierrez die Notbremse, Schiri Sampaio (Brasilien) zeigt ihm Rot (49.). Jiménez macht per Kopf aus fünf Metern nach toller Flanke von Alvarado alles klar (67.). Dann wird es noch mal wild: Erst fliegt Südafrikas Zwane nach einer Tätlichkeit gegen Alvarado vom Platz (84.). Doch das ist noch nicht alles: Schiri Sampaio stellt auch noch den Mexikaner Montes nach einer Notbremse vom Platz (90.). Drei Platzverweise bei einem Eröffnungsspiel gab es noch nie.