Kultur

„Wie lächerlich ist das denn?“ – AfD-Politiker wütet gegen „überbezahlte ZDF-Meinungsmacher“

„Wie lächerlich ist das denn?“ – AfD-Politiker wütet gegen „überbezahlte ZDF-Meinungsmacher“

„Pure Einschüchterung“: Die Kritik des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) an Ulrich Siegmund schlägt seit Tagen Wellen, insbesondere in den sozialen Medien hat der AfD-Politiker viele Unterstützer gefunden. Mit Markus Frohnmaier meldet sich bei „Facebook“ nun auch ein Spitzenpolitiker der Partei und attackiert die Berufsvereinigung, aber auch das ZDF.

„Wie lächerlich ist das denn? Der Deutsche Journalisten-Verband verurteilt Ulrich Siegmund für seine Ansage gegenüber Fabian Köster vom ZDF, dass er die Rundfunkzwangsgebühren abschaffen will und Köster sich dann einen neuen Job suchen muss! Was ist das für eine Logik?“, schrieb der stellvertretende Bundestags-Fraktionschef der Partei. Und weiter: „Überbezahlte ZDF-Meinungsmacher haben keinen Anspruch darauf, lebenslang im Reichtum durch die Gebühren der Bürger zu leben.“

Die Kritik des DJV bezog sich auf einen Schlagabtausch im Magdeburger Landtag, über den auch WELT berichtet hatte. Fabian Köster von der „Heute Show“ hatte den AfD-Spitzenkandidaten in der vergangenen Woche bei der konstituierenden Landtagssitzung für ein Interview abgepasst. Im Laufe des teils launigen, teils bissigen Gesprächs fragte Siegmund Köster, was dieser denn mache, wenn die AfD noch in diesem Jahr den Medienstaatsvertrag kündige: „Haben Sie sich schon einen Job gesucht?“ Ähnlich hatte Siegmund auch bereits während des Wahlkampfes bei einem Treffen reagiert.

„Erst kritische Journalisten unter Druck setzen, dann Sender abwickeln wollen: Das ist kein Medienkonzept, das ist pure Einschüchterung“, hatte der DJV‑Bundesvorsitzende Mika Beuster daraufhin in einer Mitteilung erklärt. Wer kritische Berichterstattung mit der beruflichen Existenz verknüpfe, überschreite eine rote Linie.

Um solch „rote Linien“ kümmert sich aber auch Markus Frohnmaier in seinem Wut-Posting und verkündet: „Wir als AfD werden den Rundfunkbeitrag abschaffen!“

Markus Frohnmaier ist seit 2017 Abgeordneter (MdB) und seit 2025 stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion im Bundestag. Der 35-Jährige kommt aus dem AfD‑Landesverband Baden-Württemberg.

Die Alternative für Deutschland (AfD) fordert seit Jahren die Abschaffung des Rundfunkbeitrags und des bisherigen öffentlich-rechtlichen Systems. Nach Angaben der Bundestagsfraktion soll der Beitrag durch einen deutlich kleineren, steuerfinanzierten oder gebührenfreien „Grundfunk“ ersetzt werden; bis zu einer Abschaffung verlangt die Fraktion eine steuerliche Entlastung der Beitragszahler.

In Bundesländern, in denen die AfD Regierungsverantwortung hätte, will die Partei ihren Programmen zufolge deshalb die Rundfunk- und Medienstaatsverträge kündigen. Auch Ulrich Siegmund hatte diese Position im Wahlkampf von Sachsen-Anhalt vertreten. Medienrechtler weisen jedoch darauf hin, dass die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks rechtlich abgesichert ist und eine Abschaffung des Rundfunkbeitrags nicht allein durch ein einzelnes Bundesland erfolgen kann.

Vielleicht verpasst