Palma de Mallorca/Barcelona – Über Mallorca, Ibiza und der spanischen Küste braut sich etwas zusammen. Behörden warnen die Bevölkerung vor einer „außergewöhnlichen Gefahr“ wegen der extremen Wetterlage. Alarmstufe ROT!
Gegen 19 Uhr am Sonntagabend schrillten die Handys: Der spanische Wetterdienst Aemet löste die höchste Wetteralarmstufe für Mallorca und Ibiza aus. Grund ist Sturm „Adam“, der sintflutartige Regenfälle, hohe Wellen und Überschwemmungen bringen kann. Ein Notfallprotokoll lief an: Auf den Baleareninseln Mallorca, Ibiza und Formentera fällt heute die Schule aus. Dort wurden auch Zugverbindungen gestrichen. Die Armee verlegte ihre Notfalleinheit UME von Valencia nach Mallorca und Ibiza.
Zivilschutz warnt: „Meiden Sie Keller“
In der Unwetter-Warnung des Zivilschutzes heißt es wörtlich: „Wegen der starken Regenfälle und heftigen Windböen ist äußerste Vorsicht geboten. Halten Sie sich von Bachläufen, Schluchten und überschwemmungsgefährdeten Gebieten fern. Meiden Sie tiefer gelegene Bereiche und Keller. (...) Die Behörden bitten die Bevölkerung, in den kommenden Stunden äußerste Vorsicht walten zu lassen und unnötige Fahrten zu vermeiden.“
Überschwemmungen auf dem Festland
Schon am Sonntag hatten Rettungsdienste in den Regionen Valencia, Katalonien und Andalusien auf dem Festland Spaniens sowie auf den Balearen wegen stürmischen Wetters Hunderte Einsätze gemeldet. Bäume stürzten um, Straßen und Häuser standen unter Wasser.
Auf Ibiza trieben Müllcontainer im Wasser. Die wichtigste Straßenverbindung zum Flughafen wurde gesperrt. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen, umgeleitet oder verspäteten sich. Auch auf Mallorca wurden Dutzende Flugverbindungen gestrichen, wie der Flughafenbetreiber Aena mitteilte.
Frau ertrinkt in einem Fluss
Auf dem spanischen Festland forderten die Regenfälle das Leben einer Frau (35): Sie wurde am Sonntag in Cabrera de Mar – etwa 27 Kilometer nördlich von Barcelona – vom Wasser mitgerissen. Die Frau hatte versucht, mit einem Kind einen Fluss zu überqueren. Ihr Ehemann sprang ins Wasser und rettete das Kind. Die Frau verschwand in den Fluten. Feuerwehrleute mit Drohnen und Taucher suchten nach der Vermissten. Ihre Leiche wurde am Montag in einem Sportboothafen an der Küste der Comarca Maresme bei Barcelona geborgen.
Bei der Stadt Málaga in der Region Andalusien wurden zehn Menschen aus einem überfluteten Tunnel an einer Strandpromenade gerettet.