Düsseldorf – Das nächste Trainer-Kapitel bei Fortuna ist vorbei – bei Alexander Ende (47) war es sogar noch kürzer als bei seinem Vorgänger Markus Anfang (52). Und so geht es für einen einst gehypten Trainer weiter ganz steil bergab.
Ende ist DER Absturz-Trainer des deutschen Profifußballs: Erst im März war er in Münster rausgeflogen, als Preußen in der 2. Liga auf Platz 16 abgeschmiert war. Nach dem Trainerwechsel ging es noch weiter bergab, sodass sein Ex-Klub schließlich als Tabellenletzter abstieg.
Ende wurde jetzt zum Doppelabsteiger, da er auch mit Fortuna Düsseldorf das entscheidende Spiel in Fürth (0:3) komplett in den Sand setzte. Ein Coach, dem aufgrund seiner Spielidee und Leistungen beim Drittliga-Provinzklub Verl eine große Zukunft (nach eigener Aussage hatten ihn auch mehrere Bundesligisten auf dem Zettel) vorhergesagt worden war, ist somit innerhalb von nur sieben Monaten zweimal abgestiegen und zweimal entlassen worden.
In beiden Fällen ist Ende vor allem an sich selbst gescheitert. Der Ex-Gladbacher, der 2015 bei der dortigen U17 seine Trainerkarriere startete, steht für attraktiven Fußball, hohes Pressing und viel Ballbesitz aus einer Mittelfeldraute sowie einer Viererkette. Das Problem: Ende ist so sehr von seinem System überzeugt, dass er keine Alternativen zulässt. Als sich bereits in Münster zeigte, dass es so nicht funktionierte, änderte er nichts – in Düsseldorf wiederholte sich das Drama. Auch hinter den Kulissen wurde diese Eindimensionalität und Sturheit bei Fortuna immer wieder kritisiert. Ende hat zwar Top-Qualitäten, aber ihm fehlt bisher die Reaktionsfähigkeit, wenn Plan A nicht funktioniert.
Ende kann Fortuna-Entscheidung nicht nachvollziehen
Sie führte schließlich dazu, dass Ende beim abschließenden Gespräch mit den Klub-Bossen nach BILD-Informationen keinerlei Einsicht gezeigt haben soll. Das spiegelt sich auch in der Pressemitteilung des Vereins wider, die kurz nach dem Treffen am Sonntagvormittag erschien. Darin wird Ende wie folgt zitiert: „Ich respektiere die Entscheidung des Vereins, bedaure sie aber gleichzeitig. Ich hatte den festen Glauben, dass uns die Arbeit und die Entwicklung der letzten Wochen zum gemeinsamen Ziel geführt hätten.“
Auch in den letzten Wochen hatte er stets gereizt reagiert, sobald Kritik an seinen Vorgaben aufkam. Dass Ende die Schuld von sich wegschob und stattdessen die Umsetzung durch die Spieler bemängelte, kostete ihn nach BILD-Informationen zudem viel Rückhalt in der Mannschaft. Die Auffassung, Fortuna befinde sich auf einem positiven Weg, hatte Ende weitgehend exklusiv – die Verantwortlichen sahen in dem aktuellen Zick-Zack-Kurs hingegen eine große Gefahr. Nach dem Abstieg muss Fortuna, wo Klub-Legende Jens Langeneke (49) den jetzigen Ex-Trainer beerbt, schon allein aus finanziellen Gründen den Wiederaufstieg schaffen. Mit dem Absturz-Trainer schien dieses Ziel schlicht nicht mehr erreichbar.