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Verdacht auf sexuelle Übergriffe: Netanjahu-Chefankläger suspendiert

Verdacht auf sexuelle Übergriffe: Netanjahu-Chefankläger suspendiert
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Den Haag – Der Mann, der Netanjahu und Putin per Haftbefehl jagte, ist selbst am Ende. Der Internationale Strafgerichtshof hat seinen Chefankläger Karim Khan (56) wegen Verdachts auf sexuelle Übergriffe suspendiert. Über eine mögliche Amtsenthebung sollen jedoch die Vertragsstaaten auf einer Sondersitzung entscheiden. Das teilte das Präsidium in Den Haag mit. Die Sondersitzung soll so schnell wie möglich stattfinden.

2024 hatte eine enge Mitarbeiterin dem britischen Juristen sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Er soll sie mehrfach und über einen längeren Zeitraum hinweg bedrängt und zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Eine Kommission der Vereinten Nationen hatte die Vorwürfe untersucht und im Dezember 2025 einen Bericht vorgelegt, der bisher aber nicht veröffentlicht wurde. Auf Grundlage der Untersuchung hatten drei Richter des Weltstrafgerichts ein Rechtsgutachten vorgelegt – auch das ist bislang nicht öffentlich.

Khan lässt sein Amt seit gut einem Jahr vorläufig ruhen und wollte zurückkommen, wenn die Vorwürfe geklärt sind. Er bestreitet alle Vorhaltungen.

USA setzen Gericht unter Druck

Khan ist seit 2021 Chefankläger und hatte unter anderem einen Haftbefehl gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (76) und gegen Kreml-Herrscher Wladimir Putin (73) erlassen. Vor allem wegen des Haftbefehls gegen Netanjahu verstärkten die USA ihren Druck auf das Gericht und verhängten Sanktionen gegen Mitarbeiter und Richter.

125 Staaten haben den Grundlagenvertrag des Strafgerichtshofes unterzeichnet, darunter alle EU-Staaten. Die USA, Russland und Israel gehören dem Gericht nicht an.

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