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Untreueverdacht: Steuergeld-Skandal bei Vertriebenenstiftung

Untreueverdacht: Steuergeld-Skandal bei Vertriebenenstiftung
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Berlin – Ausgerechnet eine Bundesstiftung, die sich der Erinnerungskultur verschrieben hat, steht jetzt selbst im Zentrum einer brisanten Affäre. Bei der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ (SFVV) soll ein ehemaliger Mitarbeiter nach Ermittlerangaben eine gewaltige Summe veruntreut haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt seit Kurzem gegen den Ex-Beschäftigten wegen des Anfangsverdachts der Untreue. Er soll eine sechsstellige Summe aus Mitteln der steuerfinanzierten Stiftung abgezweigt haben. Zudem wird geprüft, ob auch wegen Urkundenfälschung, Unterschlagung und Betrug ermittelt werden muss.

Laut Strafanzeige, über die der „Spiegel“ berichtet, soll der Beschuldigte für den dienstlichen Paypal-Account der Stiftung verantwortlich gewesen sein. Über diesen Weg sollen mehr als 200.000 Euro auf einen privaten Paypal-Account geflossen sein.

Als die auffälligen Geldbewegungen intern Fragen aufwarfen, soll der Mitarbeiter von einem „Missverständnis“ gesprochen haben. Zur Erklärung legte er mehrere Rechnungen vor. Doch Nachfragen bei den angeblichen Ausstellern ergaben offenbar: Die Dokumente könnten gefälscht gewesen sein.

Handys, Uhren und sogar Goldbarren

Damit nicht genug. Der Ex-Mitarbeiter soll laut Strafanzeige auch den Amazon-Account der Stiftung für private Einkäufe genutzt haben. Die Liste der mutmaßlich auf Kosten der Stiftung bestellten Luxusgüter liest sich bemerkenswert: hochwertige Handys, teure Uhren und sogar Goldbarren. Der Wert: rund 30.000 Euro. Laut „Spiegel“ könnte der Gesamtschaden sogar deutlich höher liegen. In der Strafanzeige soll von einem Verlust von mehr als 500.000 Euro die Rede sein.

Die Stiftung bestätigte, dass gegen einen früheren Mitarbeiter wegen des Verdachts der Untreue ermittelt wird. Dem Mann sei bereits fristlos gekündigt worden.

Direktor Roland Borchers (46) wollte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht zu Details äußern.

Affäre kommt zur denkbar schlechtesten Zeit

Besonders heikel: Der Skandal trifft die Stiftung mitten in einer Phase politischer Turbulenzen. Erst vor Kurzem hatte es heftige Debatten um die künftige Ausrichtung der Stiftung und ihrer Dauerausstellung gegeben. Im März wurde die langjährige Direktorin Gundula Bavendamm (61) abgelöst. Ihr Nachfolger Roland Borchers trat erst am Montag offiziell sein Amt an.

Im Stiftungsrat war laut dem Bericht bereits bekannt, dass während Bavendamms Amtszeit Gelder verschwunden waren. Allerdings soll dies nicht der ausschlaggebende Grund für den Führungswechsel gewesen sein.

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