Monaco – In der rauen Geschäftswelt der Ukraine wurde er zum Superreichen. An der vermeintlich sicheren Côte d’Azur entging Oligarch Wadym Jermolajew nur knapp einem Bombenattentat. Jetzt sind die Ermittler einer mutmaßlichen Täterin auf der Spur. Brisant: Nach BILD-Informationen hielt sie sich bis zuletzt in Deutschland auf. Am Freitag veröffentlichte Interpol Fahndungsfotos einer 39-jährigen Ukrainerin. Der Verdacht: Anastasiia Berezovska soll sich Zugang zu Jermolajews Luxusresidenz verschafft, die Bombe in einem Rucksack platziert und aus sicherer Entfernung gezündet haben. Dabei wurden Jermolajew, seine langjährige Geliebte Anna Nasobina (46) und der gemeinsame Sohn (13) schwer verletzt. Nasobina verlor beide Beine, sie und Jermolajew erlitten zudem schwere Verletzungen durch Splitter und Verbrennungen.
„Bewaffnet und gefährlich“
Die monegassischen Behörden warnen vor der mutmaßlichen Täterin. Sie sei „bewaffnet und gefährlich“ und könnte sich in Gesellschaft von Komplizen befinden. Aus Kreisen der Ermittler hieß es, dass Zeugen ihr mit „äußerster Vorsicht“ begegnen sollten. Laut britischer „Daily Mail“ zeigen Überwachungsvideos, wie die Verdächtige nach der Tat mit einem schwarzen Fischerhut zu Fuß über die Grenze nach Frankreich flüchtete. Anschließend soll sie nach Italien gelangt sein.
Auf einer „Red Notice“ von Interpol, die im Auftrag der Monegassen veröffentlicht wurde, wird Berezovska als „braunhaarig“ und mit einem Tattoo „am rechten Arm von der Schulter bis zum Ellbogen“ beschrieben – „möglicherweise“ eine Schlange.
Polizei enthüllt Deutschland-Connection
Doch der Fall wird noch brisanter: Nach BILD-Informationen lebte die Frau bis zuletzt in einem Mehrfamilienhaus im Main-Taunus-Kreis (Hessen). Dorthin war sie wegen des Ukraine-Krieges geflüchtet. Am Dienstag durchsuchten deutsche Ermittler die Wohnung.
„Vor dem Hintergrund, dass die Frau möglicherweise an der Tat beteiligt war, setzten wir Spezialeinsatzkräfte ein“, so Virginie Wegner vom LKA Hessen zu BILD. Aber: „Sie wurde in der Wohnung nicht angetroffen.“ Ihre persönlichen Gegenstände gehen jetzt an die Behörden in Monaco. „Dort wird dann bewertet, ob diese Gegenstände ihnen bei den Ermittlungen helfen werden.“