Evian (Frankreich) – Die Mullahs bekommen das Zuckerbrot und müssen die Peitsche nicht mehr fürchten. Weiß Trump, wie schlecht sein Iran-Deal ist? Bei der G7-Pressekonferenz am Mittwoch lobte er sich eine Stunde lang für das Abkommen – konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er in Wahrheit vor den Mullahs kapituliert.
„Wenn wir dieses Abkommen nicht geschlossen hätten, hätten wir noch drei, zwei, vier Wochen oder zwei Jahre lang weitere Bomben abwerfen können. Die Straße von Hormus wäre niemals offen gewesen. Man hätte niemals Erfolg gehabt“, sagte Trump gleich zu Beginn. Heißt: Nicht Trump saß bei den Verhandlungen am längeren Hebel, sondern die Mullahs.
Immer den Aktienmarkt im Blick gehabt
Der US-Präsident ließ durchblicken, was ihm wichtiger war als die Kriegsziele oder ein Naher Osten ohne Mullahs. „Ich weiß nur eines: Jedes Mal, wenn wir über die Möglichkeit von Frieden sprachen, schoss der Aktienmarkt wie eine Rakete in die Höhe. Wissen Sie, der Aktienmarkt ist genialer als jeder andere – einschließlich der Leute hier auf der Bühne, abgesehen von mir natürlich.“
Die Verbündeten der USA im Nahen Osten fühlen sich von Trump verraten. Der Deal lässt zu, dass das Iran-Regime wieder fest im Sattel sitzt, Milliarden-Einnahmen erzielt, seine Raketen wieder aufbaut und seine Stellvertreter-Armeen in der ganzen Region wieder aufrüstet.
Doch Trump wischt ihre Bedenken weg: „Ohne mich wäre Israel längst beendet“, lobt er sich. Das Gleiche gelte für die arabischen Verbündeten am Golf (u.a. die Emirate, Saudi-Arabien, Kuwait), die in den letzten Monaten ständig von den Mullahs beschossen wurden.
Trump gesteht Mullahs Raketen zu
Trump lobt sogar die neue Führung des Iran: „Die erste Riege ist weg, die zweite Riege ist weg, und die dritte ist zum Teil weg.“ Jetzt säßen da „vernünftige Leute“, mit denen man verhandeln könne. Das sei eine Art „Regime Change“. Ähnlich lobt er sogar die Terroristen der Hamas im Gazastreifen. Sie hätten sich seit dem Waffenstillstandsabkommen im vergangenen Oktober „sehr vernünftig verhalten“.
Dem Iran-Regime müsse zugestanden werden, wieder Raketen zu bauen, so Trump. Warum? „Alle machen das. Wie soll ich sagen, ‚Ihr dürft das nicht‘, wenn alle anderen Raketen haben?“ Ähnlich gesteht er dem Regime sogar das Recht auf Uran-Anreicherung zu! Ganz anders als in der Vergangenheit: Da betonte er, ein ölreiches Land wie der Iran brauche keinen Atomstrom.
Kein Wort zu den unterdrückten Iranern
Trotzdem stelle der Deal sicher, dass das Iran-Regime nicht an Atomwaffen kommen werde, versichert Trump, obwohl das Abkommen die Verhandlungen darüber auf später verschiebt – mit einer deutlich besseren Verhandlungsposition für die Mullahs als vor dem Krieg.
Trump scherzt das einfach weg: „Wenn es (das Abkommen) klappt, schreibe ich mir den Erfolg zu. Wenn es nicht klappt, gebe ich J.D. (Vance) die Schuld.“ Vance-Konkurrent Marco Rubio steht hinter Trump – und verzieht keine Miene, bleibt ernst.
„Ronald Reagan dreht sich im Grab um. Das ist der schlimmste außenpolitische Patzer in Jahrzehnten“, resümiert sogar Trumps Parteifreund Senator Bill Cassidy.
Worüber Trump übrigens kein Wort mehr verliert: die Menschen im Iran, die die Mullahs seit Jahrzehnten loswerden wollen. Er hatte sie zum Aufstand aufgestachelt und versprochen: „Hilfe ist auf dem Weg.“ Am 8. und 9. Januar 2026 wurden 30.000 bis 40.000 von ihnen von den Mullah-Schergen massakriert. Umsonst, wie es scheint. Denn Trump lässt ihr Opfer plötzlich unter den Tisch fallen.