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Tod auf der Achterbahn: Lehrer überlebte zuvor Krebs und Autounfall

Tod auf der Achterbahn: Lehrer überlebte zuvor Krebs und Autounfall
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Mableton (Georgia) – Zweimal hat er den Krebs besiegt, Corona mit schwerem Verlauf überstanden und sich erst drei Wochen zuvor mit seiner zehnjährigen Stieftochter aus einem brennenden Auto retten können. Doch ausgerechnet eine Fahrt mit der Achterbahn „Goliath“ kostete Hassan K. (42) jetzt das Leben.

Der Lehrer und IT-Manager wurde im Freizeitpark Six Flags Over Georgia in den USA aus seinem Sitz geschleudert. Augenzeugen zufolge prallte er mehrfach gegen den fahrenden Achterbahnzug und stürzte anschließend metertief auf das Dach einer Halloween-Attraktion.

Augenzeuge hatte noch Blickkontakt

Logan Conner, der mit in der Bahn saß, berichtete dem Sender NBC News, der Mann habe plötzlich seitlich in der Luft „geschwebt“. Beide hätten direkten Blickkontakt gehabt. Ein anderer Zeuge, Nick Mendenhall, schilderte, Hassan K. sei zunächst kopfüber zurück auf den fahrenden Zug gefallen und in der letzten Kurve endgültig herausgeschleudert worden. Als die Retter kamen, atmete der 42-Jährige nicht mehr. Besonders tragisch: Auch Hassans Partnerin und deren Tochter waren im Park, als das Unglück geschah. Eine Nichte soll zudem direkt neben ihm gesessen haben.

Fahrgäste berichteten dem örtlichen Sender WSB-TV zudem von ungewöhnlichen Klickgeräuschen an den Rückhaltebügeln. Das Parkpersonal habe die Sicherungen vor dem Start mehrfach kontrolliert und heruntergedrückt. Ein technischer Defekt wurde bisher nicht festgestellt.

Ein Leben voller Kämpfe

Hassan K. gehörte mehr als zwölf Jahre zur Wesley International Academy in Atlanta. Zuletzt arbeitete er dort als IT-Manager, zuvor als Techniklehrer und Robotik-Coach. Die Schule würdigte ihn als geliebten und respektierten Kollegen, der Generationen von Schülern und Kollegen geprägt habe.

Nach Angaben seiner Familie hatte er zweimal eine Krebserkrankung überstanden, zuletzt im Jahr 2018. Auch eine schwere COVID-19-Infektion überstand er. Nur drei Wochen vor seinem Tod schlug das Schicksal erneut zu: Hassan geriet mit seiner Stieftochter in einen Autounfall. Der Wagen fing Feuer und wurde zerstört. Doch sie beide blieben unverletzt.

Schon als Kind ein Fan von Freizeitparks

Laut einem Bericht des Portals „The NC Beat“ nannte ihn sein Cousin den „Sonnenschein unserer Familie“. Seine Schwester bezeichnete Hassan als ihren Helden und als „großartigen Menschen“. Die Tochter seiner Partnerin habe er seit ihrem dritten Lebensjahr wie sein eigenes Kind großgezogen. Nach Angaben seiner Schwester besuchte er den Freizeitpark schon als Kind regelmäßig mit seiner Oma. Sein Facebook-Profil weist Hassan K. zudem als Mitglied des mehr als 104.000 Mitglieder starken „Roller Coaster Enthusiasts Club“ aus.

Neun Achterbahnen vorsorglich geschlossen

Nach dem tödlichen Vorfall schloss Six Flags vorsorglich neun ähnliche Achterbahnen in sechs Parks in den USA und Kanada. Acht der neun zusätzlich stillgelegten Bahnen stammen ebenfalls von Bolliger & Mabillard, dem Schweizer Hersteller der 2006 eröffneten „Goliath“. Der Hersteller erklärte gegenüber ABC News: „Wir untersuchen den Vorfall aktiv und werden uns nicht weiter äußern, bis wir ein besseres Verständnis dafür haben, was passiert ist.“

Die genaue Unfallursache ist weiterhin ungeklärt. Polizei und Behörden setzten Spezialermittler ein. Bei den umfassenden Untersuchungen soll auch geklärt werden, ob sämtliche Sicherheitsregeln und vorgeschriebenen Abläufe eingehalten wurden.

Frühere Unfälle bei Six Flags

Erst rund zwei Wochen vor Hassans Tod hatte Six Flags die Achterbahn „X2“ im Magic Mountain Park in Kalifornien stillgelegt. Mehrere Kläger wollen auf der Bahn schwere Hirnverletzungen erlitten haben. Ein 22-Jähriger war 2022 nach einer Fahrt gestorben. Seine Familie führte den Tod auf die Achterbahn zurück und verklagte Six Flags. Der Rechtsstreit endete mit einem Vergleich.

Auch 2013 kam es bei Six Flags zu einem Achterbahnunfall. Damals stürzte eine 52-jährige Frau im Freizeitpark Six Flags Over Texas in den Tod. Nach dem Unglück wurden die Rückhaltesysteme verändert und zusätzliche Sicherheitsgurte eingebaut. Generell sind Unfälle dieser Art aber außerordentlich selten.

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