Rovinj (Kroatien) – Hätte Familie Josipovic einen Flur, würde Mini-Pferd Mile wohl häufiger dort stehen. Weil sich Andjelka, ihre beiden Söhne und ihr Partner aber eine Einzimmerwohnung teilen müssen, liegt er am liebsten auf der Couch oder im Bett. Bei seiner Mutter konnte das erst einen Monat alte Pony-Baby nicht bleiben.
Mile ist der neueste Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der nordkroatischen Küstenstadt Rovinj. Das Pony ist vorübergehend in die Wohnung seiner Besitzer eingezogen, weil seine Mutter es nach der Geburt verstoßen hatte.
Außerdem braucht Mile eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung: Nach einer lebensgefährlichen Infektionskrankheit musste er im Nachbarland Slowenien operiert werden. Ein Tierarzt hatte ihn zwischenzeitlich abgeschrieben, wollte Mile schon einschläfern.
Kleines Pony ist ein Kämpfer
Doch Andjelka gab nicht auf. Sie nahm den tierischen Patienten mit hinauf in den vierten Stock und richtete dort ein Krankenbett ein, das Mile immer häufiger verlässt. „Alle zwei Stunden wärmen wir seine Milch auf und füttern ihn“, so die Ziehmutter. Und den Plan kennt der kleine Hengst genau! „Wenn wir vergessen, ihn zu füttern, wacht er auf, kommt zu uns und weckt uns“, sagt Andjelka. Schon ein Kilo habe er zugenommen. Sie hofft, dass Mile sich vollständig erholen wird. Er wirke fröhlich und sei ein Kämpfer. Viel mehr Arbeit als ein Hund, den die Familie auch noch hat, mache er nicht.
Tagsüber darf Mile zu anderen Tieren auf eine Ranch
Jetzt ist Mile schon stark genug, um den Tag mit den anderen Tieren wie Lamas, Eseln und Schafen auf der kleinen Ranch der Familie zu verbringen. Abends geht es aber immer zurück in die Wohnung nach Rovinj. Für die 15-Kilometer-Strecke nimmt das Pony-Kind Platz auf dem Rücksitz des Autos.
In der Stadt in Kroatien kennen viele bereits den ungewöhnlichen Nachbarn auf Zeit. Beschwerden habe es nicht gegeben. Die Familie plant, Tierbaby Mile noch für etwa 20 Tage in ihrer Wohnung zu pflegen. Dann soll er stark genug sein, um auch nachts auf der Ranch bleiben zu können.