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Streiks, Demos, Gewalt: Versinkt das WM-Eröffnungsspiel im Chaos?

Streiks, Demos, Gewalt: Versinkt das WM-Eröffnungsspiel im Chaos?
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Die Welt freut sich auf das Eröffnungsspiel der WM! Am Donnerstag (21 Uhr deutsche Zeit) trifft Gastgeber Mexiko im legendären Aztekenstadion auf Südafrika – der Startschuss zum größten Turnier aller Zeiten. Aber die Freude ist getrübt.

Denn in Mexiko haben mehrere Gruppen für die Tage rund um die erste WM-Partie Streiks und Proteste angekündigt. Auch Fans könnten davon betroffen sein.

Worum geht es?

Lehrer wollen mehr Geld

Ein Flügel der Nationalen Gewerkschaft der Lehrer hat in der mexikanischen Hauptstadt bereits ein Protestcamp errichtet. Anfang des Monats kam es zu ersten Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Lehrer blockierten Straßen, stürzten meterhohe Fußballer-Statuen um und setzten sie in Brand.

Die Lehrkräfte fordern mehr Gehalt – teilweise bis zu 100 Prozent, während die Regierung nur neun Prozent bietet.

Die Demonstranten haben ihr Augenmerk schon klar auf das Eröffnungsspiel gelegt. Ihre klare Drohung: „Wenn es keine Lösung gibt, rollt der Ball nicht.“

Logenbesitzer drohen mit Gewalt

Ein Streit mit 60 Jahren Anlauf: Weil beim Bau des Aztekenstadions das Geld ausging, verkauften die Betreiber Hunderte Logen und Tausende Tribünenplätze an Fans – die sogenannten „Titulares de Palcos y Plateas“. Der Deal: Bis 2065 freier Zutritt zu sämtlichen Veranstaltungen im Stadion. Nur so konnte die Arena im Mai 1966 eröffnet werden.

Für die WM 2026 wollte die Fifa die rund 14.000 Tickets verkaufen, wurde dafür aber von der „Asociación Mexicana de Titulares de Palcos y Plateas“ (AMTPP) verklagt – und verlor. Als Reaktion verschleppt der Weltverband die Auslieferung der Tickets für die Gratis-Zuschauer. AMTPP-Generalsekretär Ruano Ortega unmissverständlich: „Sollten sie uns den Zutritt verweigern, erstatten wir Anzeige und beantragen beim Gericht die Genehmigung zum Einsatz von Gewalt.“

Demos, Überschwemmungen, Streiks – das Eröffnungsspiel der WM droht, im Chaos zu versinken

Familien von Vermissten hoffen auf die Aufmerksamkeit der Welt

Knapp 130.000 Menschen werden in Mexiko aktuell vermisst, teilweise sollen sie Opfer von Gewaltverbrechen geworden sein. Aus Sicht der Familien der Verschwundenen tut die Regierung nicht genug, um ihre Angehörigen zu finden. Darauf wollen sie mit einer großen Demo aufmerksam machen – am 11. Juni, dem Tag des Eröffnungsspiels, vor dem Aztekenstadion. Schon seit Anfang Juni drucken die Vermissten-Organisationen Poster mit Fotos von Verschwundenen im Stil des Panini-WM-Albums und verteilen sie in Mexiko City.

Brummi-Fahrer drohen mit Blockaden

Sowohl die Logistikverbände als auch die Bauernverbände haben für die Zeit der WM Straßenblockaden und Protestmärsche angekündigt – und zwar auch in den Spielorten Guadalajara und Monterrey. Davon sollen wichtige Autobahnen betroffen sein.

Die Lkw-Fahrer fordern mehr Sicherheit vor Raubüberfällen auf den Highways, die Bauern wollen staatliche Mindestpreise für Grundnahrungsmittel, sowie finanzielle Hilfe bei Ernteausfällen.

Mexiko-Präsidentin Claudia Sheinbaum (63) warf den Verbänden „gezielte Provokationen“ vor, die die Regierung zu einem gewaltsamen Niederschlagen der Proteste vor den Augen der Weltöffentlichkeit verleiten sollen.

Ehemalige Richter demonstrieren gegen die Justizreform

Diese Demos sind bislang friedlich geblieben. Aber natürlich hoffen auch die früheren Justizangestellten durch die WM auf große Präsenz in den Welt-Medien.

Überschwemmungen in der Innenstadt

Durch schwere Regenfälle in den vergangenen Tagen stehen Teile von Mexiko City unter Wasser, einige der Hauptverkehrsadern sind nur schwer oder gar nicht zu passieren. Auch die U-Bahn ist betroffen, Teile des Streckennetzes sind lahmgelegt. Dazu hat der Sturm viele Bäume und Strommasten umgeworfen. Das schlechte Wetter soll noch mindestens bis zum 12. Juni anhalten.

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