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Stauffenberg-Familie stellt Strafanzeige gegen Uwe Steimle nach AfD-Auftritt

Stauffenberg-Familie stellt Strafanzeige gegen Uwe Steimle nach AfD-Auftritt
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Berlin – Jetzt schlagen die Stauffenbergs juristisch zurück! Nach den umstrittenen Äußerungen des Kabarettisten Uwe Steimle (63) bei einer AfD-Veranstaltung wollen die Nachfahren des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf Stauffenberg Strafanzeige erstatten. Das bestätigte der Anwalt von Karl Graf von Stauffenberg, Moritz Gallenkamp (45, Kanzlei Funk Tenfelde in Osnabrück), gegenüber BILD.

AfD-Bundeschef Tino Chrupalla (51) und Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) saßen während Steimles Äußerung mit auf dem Podium in Dessau. Dort sagte Steimle über Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU): „Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“ Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatte am 20. Juli 1944 mit einem Bombenattentat in der Wolfsschanze versucht, Adolf Hitler zu töten und die NS-Diktatur zu stürzen. Das misslang. Stauffenberg wurde noch in der Nacht im Berliner Bendlerblock erschossen.

Andenken an Hitler-Attentäter wird besudelt

Karl Graf von Stauffenberg (55) ist der Enkel des Hitler-Attentäters. Er hatte Steimle bereits unmittelbar nach dessen Auftritt in BILD scharf angegriffen und dessen Aussagen als „Geschichtsklitterung par excellence“ sowie als „Verharmlosung des Dritten Reichs“ bezeichnet. Der Vorwurf: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener (§ 189 StGB). Darauf steht eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe.

Gewaltfantasien missbrauchen Heldentum von Stauffenberg

Gallenkamp zu BILD: „Die Aussage von Steimle beschmutzt auf unsägliche Art und Weise das Andenken an einen Widerstandskämpfer, der sein Leben gab im Kampf gegen Adolf Hitler und das NS-Regime. Steimle verunglimpft das Andenken an Claus Schenk Graf von Stauffenberg, indem er seinen Gewaltfantasien freien Lauf lässt.“ Er erklärte zudem, Steimle ziehe das Motiv des Widerstandskämpfers Claus Schenk Graf von Stauffenberg in den Dreck: die Welt von Adolf Hitler zu befreien, den Menschen ihre Freiheit zurückzugeben und dafür sein Leben zu opfern. Steimle bringe dieses Motiv und die Tat in einen politischen Zusammenhang mit einem demokratischen Politiker, einer demokratischen Partei und einer demokratischen Republik.

Kunstfreiheit hier nicht relevant

Der Jurist weist auch Steimles möglichen Verweis auf die Kunstfreiheit zurück: „Abgesehen davon verunglimpft er die Verbrechen des NS-Regimes und die Millionen Opfer. Herr Steimle weiß genau, was er als Kabarettist sagt. Er wurde für eine Wahlkampfveranstaltung der AfD gebucht und hat dort geredet. Er kann sich nicht darauf berufen, dass es Satire gewesen sei, denn das war und ist es offensichtlich nicht“, so Gallenkamp.

Geprüft wird noch ein anderer Schritt

Gallenkamp kündigte zudem weitere rechtliche Schritte an: „Das ist das Recht der Erben.“ Neben der Strafanzeige würden nun auch Unterlassungsansprüche gegen Steimle geltend gemacht.

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