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Sieht aus wie Sand am Strand: Urlaubsinsel verlegt jetzt beigefarbene Teppiche

Sieht aus wie Sand am Strand: Urlaubsinsel verlegt jetzt beigefarbene Teppiche
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Sylt – Auf der beliebtesten Nordsee-Insel bleiben Urlauber verwundert stehen. Riesige sandfarbene Bahnen ziehen sich durch die Landschaft. Am Straßenrand, an Parkplätzen, in Strandnähe. Die Teppiche bedecken ganze Dünenzüge und sind schon aus großer Entfernung zu erkennen.

Der Grund für die Teppichverlegung auf Sylt: die rasante Ausbreitung einer Blume. Dabei sieht die eigentlich hübsch aus. Trotzdem lässt sich die Insel die Teppiche 400.000 Euro kosten. Fünf Hektar wurden mit dem lichtundurchlässigen Spezial-Textil abgedeckt. Es soll zwei Jahre bleiben und der Kartoffelrose, die wissenschaftlich Rosa rugosa heißt, den Garaus machen.

Deshalb soll die Blume weg

Hans-Martin Slopianka, Sprecher des Kreises Nordfriesland, zu BILD: „Die aus Ostasien stammende invasive Art überwuchert alles. Sie verdrängt extrem wichtige und besser für das gesamte Ökosystem geeignete heimische Dünengräser.“ Dazu zähle der Strandhafer, der dem Küstenschutz diene. Strandhafer verankere mit seinem weitverzweigten Wurzelwerk den Sand und wachse bei Sandverwehungen mit. Unter den dichten Gebüschen der Kartoffelrose hingegen bleibe der Boden locker. Die Folge: Dünen können instabil werden, Sandabbrüche und Erosion drohen. Das Gewächs wird auch Hitler-Rose genannt.

Wieso die Blume so heißt

Der seltsame Name soll daher kommen, dass Nazis Bunker an der Nordsee mit Kartoffelrosen bepflanzten, um sie zu tarnen. Das Problem für Naturschützer: Die Hitler-Rose ist äußerst hartnäckig. Einfaches Zurückschneiden bringt nichts. Selbst kleinste Wurzelreste reichen aus, damit die Pflanze innerhalb kurzer Zeit erneut austreibt. Mit den riesigen Spezialmatten sollen die Pflanzen dauerhaft erstickt werden.

So geht man auf der Insel vor

Für das Pilotprojekt entfernten Arbeiter zunächst alle Kartoffelrosen oberirdisch. Anschließend verlegten sie das spezielle Geotextil. Die Strategie: Ohne Sonnenlicht sollen die Pflanzen langsam absterben. An der Ostsee wurde die Methode bereits erfolgreich getestet. Auf Sylt kommt sie nun erstmals unter den deutlich härteren Bedingungen der Nordsee zum Einsatz.

In der Pflanze hockt ein Gift-Tier

„Manchmal braucht die Natur die hegende und pflegende Hand des Menschen. Deshalb begrüße ich die Maßnahmen zur Eindämmung der Kartoffelrose sehr und hoffe, dass damit auch der Bestand des Goldafters deutlich reduziert wird“, sagt Manfred Uekermann, Vorsitzender des Landschaftszweckverbandes Sylt. Der Goldafter, ein Schmetterling. Er baut seine Nester in der Kartoffelrose. Seine giftigen Brennhaare können bei Menschen allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atemwegsbeschwerden auslösen.

Auch Burkhard Jansen, Leiter des Fachbereichs Kreisentwicklung, Bauen, Umwelt und Kultur beim Kreis Nordfriesland, setzt Hoffnung in die Teppiche: „Ziel ist es, die natürliche Heide- und Dünenlandschaft wiederherzustellen und langfristig zu sichern.“

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