Politik

Scharfe Worte gegen Kanzler Merz: Deshalb will Christian Lindner nie wieder in die Politik

Scharfe Worte gegen Kanzler Merz: Deshalb will Christian Lindner nie wieder in die Politik
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Berlin – Christian Lindner (47) macht Schluss mit Spekulationen über ein politisches Comeback. Der frühere Bundesfinanzminister und FDP-Vorsitzende will nicht erneut für ein öffentliches Amt kandidieren. „Keinesfalls“, antwortet Lindner auf die Frage, ob seine jüngsten politischen Äußerungen in den sozialen Medien auf eine Rückkehr hindeuten. Er habe mit Leidenschaft für seine Überzeugungen gestritten, doch „alles hat seine Zeit“.

Heute fordere ihn seine Aufgabe als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG heraus. Auch seine Beteiligungsgesellschaft, mit der er in Start-ups investiert, bereite ihm große Freude. Seine Entscheidung begründet Lindner auch mit den Anforderungen an seine berufliche Tätigkeit: „Wer in der Wirtschaft wirklich operativ Verantwortung übernehmen will, kann das nicht mit einem Bein in der Parteipolitik“, sagt er im Gespräch mit „Welt“-Chefredakteur Helge Fuhst.

Lindner: „Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal für ein öffentliches Amt zu kandidieren, geht gegen null.“

Mit der Arbeit der Bundesregierung geht der frühere FDP-Chef unterdessen hart ins Gericht. „Die Tragik für unser Land ist, dass es zwar einen Kanzlerwechsel gab, aber keinen Politikwechsel“, sagt Lindner. Die Enttäuschung über Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) sei deshalb groß: „Er wickelt das Erbe von Frau Merkel nicht ab, worauf viele Unterstützer gesetzt hatten. Im Gegenteil treibt er Fehlentwicklungen weiter voran.“

Lindner traut Ilse Aigner das höchste Staatsamt zu

Deutlich positiver fällt sein Urteil über Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (61, CSU) aus. Bei der anstehenden Wahl des Bundespräsidenten Ende Januar gehört sie für Lindner zu den überzeugendsten Personalien. „Die Kandidatin Ilse Aigner ist für den CDU-Vorsitzenden Merz ein Geschenk auf dem Silbertablett“, sagt Lindner. Sie bringe sowohl Regierungserfahrung als auch Erfahrung in einem repräsentativen Amt mit. Seine Einschätzung: „Diese Persönlichkeit muss nichts lernen und wäre kein Experiment.“

Besonders bemerkenswert: Lindner wundert sich, dass Merz sich bislang nicht stärker für Aigner eingesetzt hat. „Ich habe nicht verstanden, warum Friedrich Merz sich diese Personalie nicht längst zu eigen gemacht hat. Ich hätte es an seiner Stelle schon getan.“

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