Kriegschroniken

Russische Drohne trifft Wohnhaus in Rumänien

Russische Drohne trifft Wohnhaus in Rumänien

Die Nato hat den Einschlag einer russischen Drohne in ein Wohnhaus in Rumänien bei russischen Angriffen auf grenznahe ukrainische Infrastruktur bestätigt und als »Rücksichtslosigkeit« verurteilt. Das westliche Militärbündnis werde seine Verteidigung »gegen alle Bedrohungen weiter verstärken, einschließlich Drohnen«, sagte Nato-Sprecherin Allison Hart. Sie fügte hinzu, dass Nato-Generalsekretär Mark Rutte mit den rumänischen Behörden wegen des Vorfalls in Kontakt stehe.

Der Einschlag der Drohne in Galați löste einen Brand im zehnten Stock des Wohnblocks aus. Vier Menschen wurden durch die Explosion verletzt, zwei davon mussten ins Krankenhaus, wie örtliche Medien berichteten. Ein auf Explosionen spezialisiertes Ermittlerteam machte sich noch in der Nacht auf den Weg zum Einsatzort. Galați liegt an der Donau, die Grenzen zur Republik Moldau und zur Ukraine sind jeweils nur wenige Kilometer entfernt.

Rumänien werde diese »gravierende Verletzung des internationalen Rechts und seines Luftraums mit diplomatischen Maßnahmen beantworten«, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums. »Die Russische Föderation trägt die direkte Verantwortung für diese schlimme und verantwortungslose Aktion.«

Rumäniens Außenministerin Oana Toiu sprach von einem »schwerwiegenden« und »beispiellosen« Vorfall. Sie warf der russischen Regierung »unverantwortliches Handeln« vor. Man habe Rumäniens Verbündeten informiert und den russischen Botschafter in das Bukarester Außenministerium einbestellt.

EU will Druck auf Russland erhöhen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilte mit, Russland habe bei seinem seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskrieg »eine weitere Grenze überschritten. Wir stehen uneingeschränkt solidarisch an der Seite Rumäniens und seiner Bevölkerung«, schrieb von der Leyen. Die EU werde ihre »Sicherheits- und Abschreckungsmaßnahmen« weiter verstärken, insbesondere an ihrer Ostflanke. Zugleich kündigte sie an, dass die EU den Druck auf Russland »weiter erhöhen« werde.

Auch Moldaus Präsidentin Maia Sandu äußerte sich besorgt angesichts des Vorfalls im Nachbarland Rumänien. Die frühere Sowjetrepublik grenzt sowohl an Rumänien als auch an die Ukraine. Sandu verurteilte »aufs Schärfste den russischen Drohnenangriff auf rumänische Privatwohnungen«, schrieb Sandu auf X. Die Republik Moldau stehe »voll und ganz an der Seite Rumäniens«. Russland sei »eine Gefahr für alles und muss gestoppt werden«.

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