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Rettungseinsatz im Himalaya abgebrochen: Kommt mit diesem See die nächste Flut?

Rettungseinsatz im Himalaya abgebrochen: Kommt mit diesem See die nächste Flut?
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Kathmandu/Peking – Die Sturzflut im Himalaya hat bisher fast 500 Todesopfer gefordert und die Rettungskräfte suchen noch immer nach Hunderten Vermissten. Während das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe nicht absehbar ist, gibt es neue Warnungen: In den Bergen hat sich ein neuer See gebildet – und der könnte eine zweite große Flut auslösen. Die Rettungsarbeiten wurden auch deshalb vorübergehend abgebrochen.

Der Schlammsee hat sich infolge der Sturzflut durch weitere Erdrutsche an einer Flussmündung gebildet. Es wird befürchtet, dass er brechen könnte. Die Rettungsarbeiten wurden deshalb vorläufig unterbrochen. Wissenschaftler Xu Qiang von der Technischen Universität Chengdu sagte im chinesischen Staatsfernsehen, in dem See hätten sich geschätzt 2 Millionen Kubikmeter Wasser gesammelt. Er liegt auf 2.950 Metern Höhe – rund 10 Kilometer vom Grenzübergang Gyirong entfernt.

Durch angekündigte heftige Regenfälle in der Region in den kommenden Tagen bestehe die Gefahr von Dammbrüchen und neuen Sturzfluten. Dazu ist es offenbar bereits am Freitag gekommen. „Wir haben Informationen erhalten, dass auf der tibetischen Seite ein Damm gebrochen ist“, teilte die nepalesische Polizei mit. Ob dadurch größere Schäden entstanden sind, ist noch unklar.

Leichenfledderei im Katastrophengebiet

Nach der tödlichen Sturzflut-Katastrophe im Himalaya steigt die Zahl der Toten weiter. In Nepal bargen Rettungskräfte bislang 469 Leichen. Viele davon wurden flussabwärts im Süden des Landes und an der Grenze zu Indien entdeckt. Zusammen mit den drei Opfern in China liegt die Gesamtzahl der bestätigten Toten bei 472. Erschütternd: Während weiter nach Opfern gesucht wird, gibt es bereits erste Festnahmen. Menschen sollen Wertsachen und Schmuck von Leichen gestohlen haben. Das berichtet ein Behördensprecher aus Nepal gegenüber BILD.

Über 13.000 Helfer im Einsatz

Nach BILD-Information wurden bislang 1976 Verletzte und Gestrandete gerettet, 136 Verletzte kamen in Krankenhäuser (Stand: Freitag, 8 Uhr). Der Sprecher weiter: „Im Einsatz sind 13.295 Sicherheitskräfte, Armeeangehörige und Polizisten. Davon sind 4000 Soldaten.“ Auch 15 Helikopter sind rund um die Uhr im Einsatz. Denn noch immer werden mindestens 977 Menschen vermisst, darunter mehr als 600 Touristen aus 33 Ländern. Auch zu acht Deutschen gibt es noch immer keinen Kontakt. Die Suche nach den Vermissten könne noch Tage dauern. Zudem seien viele Leichen noch nicht identifiziert worden.

China meldete bislang 558 Vermisste, davon 260 Ausländer. 555 betroffene Touristen sowie 499 Einheimische und Bauarbeiter in der Katastrophenregion in Tibet wurden evakuiert, berichtete Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

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