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Drei Nazi-Wracks entdeckt: Zwei sind Seekriegsgräber

Drei Nazi-Wracks entdeckt: Zwei sind Seekriegsgräber
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Mehr als 80 Jahre lagen sie unentdeckt auf dem Meeresboden. Jetzt sorgen gleich drei Nazi-Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg für Aufsehen. Im Mittelmeer in der Nähe der griechischen Insel Lefkada fanden Taucher die Überreste eines seltenen deutschen Schnellbootes. Fast zeitgleich wurden nach BILD-Informationen zwei deutsche U‑Boote in der polnischen Ostsee geortet.

Die Wracks sind nicht nur spektakuläre Zeugnisse der Geschichte, sondern in mindestens zwei Fällen auch die Gräber deutscher Soldaten. Dr. Christian Lübcke, Beauftragter für Seekriegsgräberangelegenheiten beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, zu BILD: „Letzte Woche wurden mir die Funde zweier neuer U-Bootwracks in der Ostsee gemeldet. U-583 und U‑649. Beides sind Seekriegsgräber.“

Im Seegebiet zwischen der dänischen Insel Bornholm und den polnischen Häfen Kołobrzeg (Kolberg) und Ustka (Stolpmünde) fanden Forscher am 15. Juli in etwa 65 Metern Tiefe das Wrack des deutschen U‑Boots U-583. Es ist als Ganzes erhalten, in gutem Zustand und teilweise mit Fischernetzen bedeckt

45 Tote bei Untergang

45 Soldaten starben, als U-583 am 15. November 1941 während einer Ausbildungsfahrt mit einem anderen deutschen U-Boot kollidierte und südlich vor Bornholm sank. Es gehörte zur 5. U-Boot-Flottille und war ein Ausbildungsboot, das nie an einem Kriegseinsatz teilnahm. Kommandant war Kapitänleutnant Heinrich Ratsch. Gefunden wurde das Boot durch den polnischen Verein „Stowarzyszenie Wyprawy Wrakowe“ und ein Vermessungsunternehmen. Bislang ist nach Angaben des Volksbundes noch niemand zu dem Wrack hinabgetaucht. Die Fundstelle wurde zunächst mit moderner Unterwasser-Ortungstechnik untersucht

Über die Entdeckung von U-583 liegt dem Volksbund eine Dokumentation vor. Über den Fund von U‑649 gibt es bisher nur wenige Informationen. Das Wrack wurde in der polnischen Ostsee gefunden. Zustand und genauer Fundort sind dem Volksbund noch unbekannt. Das Schiff war wie das andere Ostsee-Wrack ein U-Boot vom Typ VII C. Es sank am 24. Februar 1943 ebenfalls nach einer Kollision mit einem anderen deutschen U‑Boot. 35 Soldaten ertranken, 11 konnten gerettet werden.

Angst vor Plünderungen

Was mit den beiden Wracks geschehen soll, ist unklar. Der Volksbund möchte sie unberührt lassen und fürchtet um die Totenruhe der Soldaten durch Souvenierjäger. Polen galt bislang als Vorreiter beim Schutz solcher Wracks. Als einer der wenigen Ostsee-Anrainer hatte das Land die UNESCO-Konvention zum Schutz von Unterwasserkulturgut im Gegensatz zu Deutschland unterzeichnet. Doch jetzt wurden in Polen die Bestimmungen gelockert. Christian Lübcke vom Volksbund hält das angesichts von „massiven Plünderungen deutscher Seekriegsgräber weltweit und auch in der Ostsee“ für das falsche Signal.

Wrack wurde zu einem Riff

Vor Griechenland entdeckten Taucher der Firma AegeanTec in 96 Metern Tiefe das Wrack des deutschen Schnellbootes LS 6. Das 15 Meter lange Schiff der Kriegsmarine gilt als einziges weitgehend erhaltenes Exemplar dieser Baureihe. Expeditionsleiter Marinos Giourgas zu BILD: „Das Wrack steht aufrecht auf dem Meeresboden, als wäre es bereit, zu seiner nächsten Mission auszulaufen.“

Nach mehr als acht Jahrzehnten sei das aus Aluminium bestehende Schiff zu einem Teil seiner Umgebung und zu „einem künstlichen Riff“ geworden. Es war im September 1943 bei einem Luftangriff schwer beschädigt worden. Auf dem Weg zur Reparatur sank das Boot während eines Schlepptransports.

Ein noch immer auf dem Bug liegendes Schlepptau soll den Forschern bei der Identifizierung des Wracks geholfen haben. Giourgas: „Dies ist ein einzigartiger und äußerst seltener Fund, der ein weiterer Tauchplatz für technische Tieftaucher sein könnte, die nicht nur das Wrack besichtigen, sondern auch einen Einblick in dessen Geschichte gewinnen möchten.“

Das Team von AegeanTec hatte seit 2013 nach dem Wrack gesucht. Nach Angaben der Forscher seien keine Opfer beim Untergang von LS 6 bekannt.

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