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Offene Fragen zu den Toten von Südafrika: Familie und Polizei schweigen

Offene Fragen zu den Toten von Südafrika: Familie und Polizei schweigen
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Hamburg/Pretoria (Südafrika) – Die Millionärstochter: tot. Der Finanzmanager: tot. Zwei Leichen im Abstand von nur einem Tag auf dem Luxus-Anwesen in Südafrika – und viele offene Fragen, von denen einige womöglich nie beantwortet werden. Die hiesige Polizei mauert, die Angehörigen schweigen beharrlich. BILD beleuchtet den mysteriösen Fall der berühmten Reederei-Familie von Rantzau und erklärt die wichtigsten Hintergründe – darunter auch Aspekte, die derzeit wohl die Ermittler beschäftigen.

Erst starb Arno Koën (43) durch mindestens einen Schuss am 31. Mai. Nur einen Tag später wurde Caroline von Rantzau (26) tot aufgefunden – ebenfalls mit einer Schussverletzung. Neben der Leiche der 26-Jährigen lag ein Jagdgewehr (Kaliber .375). Mindestens fünf Meter von dem toten Manager, zu dem sie eine enge Beziehung gehabt haben soll, entfernt wurde eine Pistole sichergestellt. Die Ermittlungen um die beiden Todesfälle auf dem Gelände des privat geführten Wildreservats „Leeuwfontein Safaris“ dauern an.

Warum wurde die wahre Todesursache von Caroline von Rantzau nicht sofort kommuniziert?

Unklar. Die Familie hat immer nur von einem Unfall gesprochen und keine weitere Stellungnahme abgegeben. In einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter der Unternehmensgruppe heißt es: „Es ist unsere traurige Pflicht, Ihnen mitteilen zu müssen, dass unsere geliebte Tochter Caroline von Rantzau durch einen tragischen Unfall in Südafrika aus dem Leben gerissen wurde. Wir sind tief betroffen und fassungslos.“ Unterzeichnet war die Mitteilung von Vater Dr. Eberhart von Rantzau, Mutter Patricia und Bruder Philipp. Dass die Tochter an einer Schussverletzung starb, teilte die Polizei erst Tage später mit.

Warum dauert die Obduktion so lange?

Sie ist vermutlich schon abgeschlossen, aber die Polizei kommuniziert die Auswertung bislang nicht. In Südafrika werden Autopsieergebnisse meist dem „Director of Public Prosecutions“ (Leiter der öffentlichen Strafverfolgung) übermittelt. Sie sind Teil eines Verfahrens, dessen Details womöglich irgendwann öffentlich in einem Gerichtssaal zur Sprache kommen.

Wird gegen eine dritte Person ermittelt?

Unklar. Die Polizei schweigt dazu.

Was ist über das gefundene Jagdgewehr bekannt?

Unter Jägern ist das Kaliber .375 eine Legende. 1912 wurde es von der britischen Waffenschmiede Holland & Holland entwickelt und ist bis heute eine der vielseitigsten und treffsichersten Großwildpatronen der Welt. In mehreren afrikanischen Ländern ist es das gesetzlich vorgeschriebene Mindestkaliber für die Jagd auf die sogenannten „Big Five“, also Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard. Schwächere Patronen sind aus Sicherheits- und Tierschutzgründen verboten.

Wurden Fingerabdrücke an den Waffen oder Schmauchspuren an den Händen der Toten gefunden?

Auch das ist bislang unklar, die Polizei gibt keinerlei Auskünfte dazu.

Liegt ein Suizid im Bereich des Möglichen?

Während der Pionierzeit der Großwildjäger galt das Jagdgewehr im dichten Busch als „letzter Ausweg“, um nach schweren Raubtierangriffen einem qualvollen Tod zu entgehen. Der berühmte Ernest Hemingway beschrieb das Kaliber .375 H&H in seinen Büchern. Wer Großwild jagt, muss den Tod akzeptieren. Der Freitod war für ihn und seine Figuren stets die letzte, radikale Möglichkeit, die Kontrolle über das eigene Schicksal zu behalten.

Wurden Abschiedsbriefe gefunden?

Auch hier: Seitens der Polizei keine Auskünfte dazu.

Wo befindet sich die Familie der toten Caroline?

Die Familie von Rantzau hält sich nach BILD-Informationen zu Hause in Trittau, knapp 20 Kilometer östlich von Hamburg, auf. Zur Zeit des Unglücks waren aber sowohl der Vater als auch die Mutter persönlich auf dem Anwesen in Südafrika.

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