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Nachgehakt von Alfred Draxler: Was hat Karl denn gemacht?

Nachgehakt von Alfred Draxler: Was hat Karl denn gemacht?
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Es kann gut sein, dass Lennart Karl bei der Verletztenmisere der Bayern im Champions-League-Spiel bei Atlético Madrid eine wichtige Rolle spielen muss. Da passt es gar nicht, dass um den jungen Nationalspieler gerade jetzt ein Riesen-Wirbel entstanden ist. Es geht um eine kleine Formdelle, seinen Lifestyle, Social-Media-Aktivitäten und überhaupt …

Auslöser war mal wieder Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ erklärt hat: „Ich plane, ein ernstes Wort mit ihm zu sprechen. Er ist weit entfernt davon, ein Superstar zu sein. Junge Spieler brauchen Demut.“

Ich frage mich seitdem, was Lennart Karl eigentlich gemacht hat. Er ist 18 Jahre und 9 Monate alt. Und er macht Dinge, die 18-Jährige manchmal halt so machen. Er ist in einem durchgängig pinkfarbenen Outfit aufgetreten. Er hat eine Freundin, die Influencerin ist. Und er ist bei Instagram aktiv. Ich habe mir das mal angeschaut. Er hat 1,1 Millionen Follower, und soweit man sehen kann, ist das alles fast schon bieder und harmlos.

Die „Süddeutsche“ aber nannte ihn gestern gar nicht SZ-like „Social-Media-Experte und Teilzeit-Pink-Panther!“ Man sollte die Kirche im Dorf lassen! Wenn es nichts Schlimmes gibt, das wir nicht wissen – was ist denn eigentlich passiert?

Es gibt ja keinen Skandal wie bei Barcelonas Superstar Lamine Yamal. Gegen ihn ermittelte die spanische Justiz, weil an seinem 18. Geburtstag im Juli 2025 für die Party unter dem Motto „Gangster’s Paradise“ offensichtlich kleinwüchsige Menschen zur Unterhaltung gebucht worden waren.

Auch nicht klug, dass Karl-Berater Michael Ballack heftig auf die Hoeneß-Kritik reagierte und behauptete, der Bayern-Patron habe seinen Schützling zur Zielscheibe erklärt. Jetzt hat Ballack eine Diskussion an der Backe, ob ein TV-Experte gleichzeitig Spielerberater sein darf.

Uli Hoeneß war natürlich auch mal jung. Und bildete mit Paul Breitner beim FC Bayern eine Art Revoluzzer-WG. Legendär das Foto, als die beiden in der Münchner Innenstadt in ultra-knappen Badehosen vor einem Rolls-Royce posierten.

Und Franz Beckenbauer war mit 18 schon Vater eines (unehelichen) Sohnes. Was Anfang der 60er-Jahre als großer Skandal galt. Der DFB wollte ihn aus der Jugend-Nationalmannschaft werfen. Man einigte sich schließlich darauf, dass der spätere Kaiser im Zimmer von Jugendtrainer Dettmar Cramer schlafen musste, um ihn unter Kontrolle zu halten.

Beckenbauer, Hoeneß und Breitner wurden später Welt- und Europameister. Und legten schon damals die Basis für die jahrzehntelange Dominanz des FC Bayern.

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