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Michele verschwand 2015: Vermisste Deutsche in Epstein-Akten

Michele verschwand 2015: Vermisste Deutsche in Epstein-Akten
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New York – Seit elf Jahren vermisst eine deutsche Familie ihre Tochter. 2015 packte die damals 22 Jahre alte Michele ihren Koffer und verschwand. Ihre Familie hat sie seitdem nicht mehr gesehen. Die Polizei konnte nicht ermitteln, weil es keine Hinweise auf eine Straftat gab. Doch jetzt hat sich der Fall völlig verändert. Der Name der Deutschen ist in den Epstein-Akten aufgetaucht.

Wurde Michele Opfer des Menschenhandelsnetzwerks von Jeffrey Epstein? Der wohlhabende Investor hatte Frauen und Minderjährige missbraucht. 2008 wurde er erstmals als Sexualstraftäter verurteilt. 2019 beging er nach einer weiteren Anklage im Gefängnis Suizid.

Seit Dezember 2025 veröffentlicht das US-Justizministerium Dokumente aus dem Gerichtsverfahren. Chatverläufe, E-Mails – zahlreiche Prominente und Politiker wie die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit und der damalige britische Prinz Andrew kommen darin vor. Nun tauchte auch der Name der Deutschen darin auf.

Vermisste Deutsche wollte Model werden

Michele wurde von einem Mann namens Daniel Siad erwähnt. Der Schwede mit algerischen Wurzeln stand ab den 2000er-Jahren in Kontakt mit Epstein. Eigenen Angaben nach arbeitet er als Vermittler für Models. Die Akten lassen vermuten, dass er Teil des Sexhandelsnetzwerks von Epstein war. In den Akten wird sein Name über 2000 Mal erwähnt. Siad beteuert heute, er habe nicht gewusst, dass Epstein Models missbrauchen würde. Jetzt bringen ihn Recherchen von „SPIEGEL“ und „ZDF“ auch mit dem Verschwinden der deutschen Michele in Zusammenhang.

Michele hatte schon immer große Ambitionen und wollte Model werden, sagt ihre Familie. 2012 zog sie deshalb vorübergehend nach Dubai. Dort lernte sie laut ihren Eltern Daniel Siad kennen. Sie lebte ein Glamour-Leben, erzählte ihrer Mutter von Luxushotels und teuren Reisen. Wie sie das finanzierte, sagte sie ihren Eltern nicht. Seit 2015 hörten sie nichts mehr von ihr.

Vor Micheles Verschwinden bekam Epstein Fotos von ihr

Jetzt wurde bekannt: Michele war vor ihrem Verschwinden Thema in Nachrichten von Siad an Jeffrey Epstein. Zuletzt teilte er im Februar 2014 per Mail Bilder von ihr. Knapp einen Monat später fragt er Epstein, ob er nicht ein Ticket für eine Michele schicken wolle. Sie sei „sehr cool“. Er verspricht Epstein: „Du wirst sie lieben.“ Die E-Mails enthalten keinen Hinweis darauf, ob es damit die vermisste Deutsche gemeint war und ob sie Epstein tatsächlich traf.

Schon länger besteht der Verdacht, dass Models in die Prostitution gedrängt worden seien. Möglicherweise auch Michele. Ihre Familie berichtete dem „SPIEGEL“, sie habe Probleme mit Alkohol und Drogen gehabt, sei mehrmals in Kliniken gewesen. Möglicherweise wurde das ausgenutzt. Ihre Eltern erhoffen sich Antworten. Micheles Nachname und ihr Wohnort bleiben bewusst unbekannt.

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