Medebach (Nordrhein-Westfalen) – Die Krise in der Automobilindustrie fordert das nächste Opfer: Ein deutscher Zulieferer steckt in finanziellen Schwierigkeiten und meldet Insolvenz an. 320 Mitarbeiter des traditionsreichen Maschinenbauers bangen jetzt um ihre Jobs.
Diesmal hat es die Paul Köster GmbH im sauerländischen Medebach (Nordrhein-Westfalen) getroffen. Das Familienunternehmen blickt auf eine fast 120-jährige Geschichte zurück. Alles begann 1907 mit einer Hufschmiede. Heute fertigt der Traditionsbetrieb Sondermaschinen für das In- und Ausland. Ohne die ließen sich viele Motoren oder Getriebe nicht in Serie produzieren.
Das sagt der Chef zur Pleite
Die Krise, die bereits andere Maschinenbauer in die Pleite getrieben hat, will der Autozulieferer selbst meistern. Geschäftsführer Christopher Köster: „Wir nutzen die Eigenverwaltung früh und bewusst, um unser Familienunternehmen für die Zukunft bestmöglich in einem sich stark ändernden Markt aufzustellen.“ Das Amtsgericht Arnsberg stellte der Paul Köster GmbH Rechtsanwalt Marco Kuhlmann als Sachwalter zur Seite. Er soll die Insolvenz begleiten.
Die Gründe für die Insolvenz
Die Probleme sind nach Angaben des Unternehmens durch „ein deutlich verändertes Marktumfeld“ ausgelöst worden. In einer Presseerklärung heißt es: „Ein erheblicher und plötzlicher Auftragsrückgang, vor allem aus der Automobilindustrie, hat die wirtschaftliche Basis belastet.“ Hinzu kämen höherer Preisdruck und steigende Kosten. Außerdem seien in den letzten zwei Jahren mehrere Stammkunden pleitegegangen.
So geht es für Unternehmen und Mitarbeiter weiter
Gegenüber BILD erklärte ein Sprecher des Traditionsbetriebs: „Im Bereich Automotive hat es in der Vergangenheit einige Insolvenzen gegeben. Das hat wie ein Verstärker auf die Paul Köster GmbH gewirkt.“ Der Geschäftsbetrieb läuft nach seinen Angaben aber aktuell uneingeschränkt weiter. Kundenaufträge, Lieferbeziehungen und Serviceleistungen würden fortgeführt.
Die Löhne der rund 320 Mitarbeiter seien für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Der Sprecher betont auf BILD-Anfrage: „Im Mittelpunkt steht die Sicherung des Standortes Medebach und möglichst vieler Arbeitsplätze.“ Dazu gehöre auch, das Geschäftsmodell und die Produkte weiterzuentwickeln.