München – Sie schaffte das, was vor ihr in Deutschland nur eine weitere Sportlerin erreicht hat: Medaillen bei Olympischen Sommer- und Winterspielen! Jetzt beendet Alexandra Burghardt (32) ihre Karriere.
Als Leichtathletin gewann Burghardt Bronze mit der 100-Meter-Staffel bei den Spielen 2024 in Paris. Bereits zwei Jahre zuvor machte sie einen Abstecher in den Wintersport. In Peking holte sie als Anschieberin im Zweierbob von Mariama Jamanka Silber. In Deutschland gelang das außer ihr bisher nur Christa Luding (Eisschnelllauf und Radsport).
Burghardt über ihr Karriereende im BR: „Es war ein Prozess über eine längere Zeit. Ich habe mir viele Gedanken gemacht über die letzten Monate, wann der perfekte Zeitpunkt ist, über den immer alle reden. Über die letzten Monate habe ich es immer mehr gefühlt, dass sich Prioritäten verschieben, dass ich auch noch Lust auf andere Sachen habe und dass ich super zufrieden bin mit meiner Leichtathletik- und Bob-Karriere. Und dass es jetzt gut ist.“
100-Meter-Finale bei Olympia in Tokio
Die Karriere von Burghardt hatte Höhen und Tiefen. Vor Olympia in Tokio 2021 entschied sie sich, ihr Training umzustellen und selbst in die Hand zu nehmen. Sie kehrte zurück zu ihrem Heimatverein in Burghausen und schuftete mit einer Trainingsgruppe in der Schweiz. Mit Erfolg! Bei den wegen Corona verschobenen Sommerspielen in Tokio rannte sie als einzige Deutsche ins 100-Meter-Finale. Im selben Jahr erreichte sie auch ihre Bestleistung über 100 Meter. Die 11,01 Sekunden sind bis heute Platz neun in der ewigen deutschen Bestenliste. Mit der Staffel holte sie auch WM-Bronze und EM-Gold in München. Immer wieder wurde Burghardt aber auch von Verletzungen gebremst.
Burghardt: „Ich habe erst später gelernt, groß zu träumen, auch mit mentaler Unterstützung. Immer wieder aufzustehen, zu wissen, dass noch etwas in mir schlummert – das hat mich immer motiviert, auch noch mal etwas Neues zu probieren.“ Jetzt schlägt Burghardt in ihrem Leben ein komplett neues Kapitel ohne Profisport auf.