München – Haussklave „Toyboy“ (46) ist der Kronzeuge der Anklage im Mord-Prozess gegen Domina „Lady Susanna“ vor dem Münchner Landgericht. Marion W. (59) soll ihren Stammkunden aus Habgier getötet haben. Als Assistent der Angeklagten in einem SM-Studio war der Sklave Härte gewohnt, doch an die Vernehmungen bei der Kripo erinnert sich der Mann voller Schrecken: „Das war die Hölle für mich!“ Es sei zu viel Druck für ihn gewesen.
Am 15. Juni 2025 soll er einen Streit zwischen Marion W. und ihrem Stammgast Ulrich Z. (†62) mitbekommen haben: Er sei nicht W.s Lieblingsgast gewesen, weil er schmuddelig herumgelaufen und andere Sklaven nach ungeschütztem Sex gefragt haben soll.
Haussklave hörte Streit mit Mordopfer
„An diesem Tag war Uli der letzte Gast. Ich war im Klinik-Raum, hörte, dass es etwas lauter wurde. Später sagte mir Marion, dass sie Stress hatte mit dem Uli. Es ging ums Testament. Dass er sie rausnehmen will.“ Nur drei Tage später soll Marion W. laut Staatsanwaltschaft ihren Stamm-Freier zu Hause erschlagen haben. Sie bestreitet die Vorwürfe.
Der alleinstehende Banker Ulrich Z. soll ein Vermögen angehäuft haben: Er hatte ein Haus, eine Wohnung, 1,5 Kilo Gold und 133.330 Euro. „Dafür war die Angeklagte als Alleinerbin eingesetzt“, hielt Richter Markus Koppenleitner dem Zeugen vor. „Toyboy“: „Ich wusste nicht, mit welcher Summe sie begünstigt war. Sie wollte raus aus dem Testament, weil sich Uli deshalb viele Dinge rausnahm, sie antatschte. An dem Tag sagte sie, sie habe Uli rausgeworfen, weil er weiter zu Sexarbeitern am Hauptbahnhof ging.“ Sie habe Angst gehabt, dass ihm dort das Gleiche passiere wie dem ermordeten Münchner Modezar Rudolph Moshammer (†64). Die Society-Größe war 2005 in seiner Villa von einem Mann erdrosselt worden, den er zuvor im Bahnhofsviertel mitgenommen hatte.
Domina war in Testament eingesetzt
Nachdem die Leiche von Ulrich Z. Anfang Juli gefunden wurde, traf der Haussklave seine Herrin an der Münchner Freiheit wieder. Sie sei sehr mitgenommen durch die Polizei-Verhöre gewesen, erinnerte er sich als Zeuge. „Ich fragte sie, ob sie den Streit mit ihrem Gast schon erwähnt habe und das Testament. Sie sagte nein, und wir sollten es besser auch nicht sagen.“ Daran hielt sich „Toyboy“ zunächst, doch in der vierten Vernehmung knickte er schließlich ein. Im Oktober kam Marion W. in U-Haft. Ihr Verteidiger Johannes Makepeace zu BILD: „Das soll der Hauptzeuge der Anklage sein? Darauf eine lebenslange Haftstrafe zu stützen, wäre ein Skandal!“
Die zweite Domina, die am 15. Juni im Studio anwesend war, konnte nichts zur Aufklärung beitragen: „Ich habe von dem Vorfall nichts mitbekommen, weil ich an Seilen an der Decke hing. Mit dem Aua-Geschrei der Gäste kann es eh mal lauter werden“, sagte Mademoiselle Amina (50). Der Prozess wird fortgesetzt.