Moskau/Kiew – Aus Angst vor ukrainischen KI-Drohnen greift Putins Armee zu einer kuriosen Maßnahme: Russische Militär-Lkw fahren plötzlich im Zebra-Look durch die Gegend. Schwarz-weiße Streifen statt Tarnfarbe? Was absurd klingt, soll die künstliche Intelligenz ukrainischer Kamikaze-Drohnen austricksen. Fotos in sozialen Medien zeigen russische Militärfahrzeuge der Typen KamAZ und Ural mit auffälligen Schwarz-Weiß-Mustern.
Die skurrile Zebrastreifen-Lackierung zielt nicht auf die Täuschung von Soldaten, sondern moderner Drohnen mit KI-gestützter Zielerkennung. Beobachter vermuten: Die kontrastreichen Muster sollen es Bilderkennungssystemen erschweren, Konturen und Fahrzeugformen zu erfassen. Ob die Zebra-Tricks wirklich helfen, ist allerdings umstritten. Experten weisen darauf hin, dass moderne Drohnen auch mit Wärmebildkameras und anderen Sensoren arbeiten. Die Streifen könnten deshalb eher eine Verzweiflungstat als ein Ass im Ärmel sein.
Die auffälligen Streifen erinnern an eine Methode aus dem Ersten Weltkrieg. Damals wurde die „Dazzle“- oder „Razzle-Dazzle“-Tarnung vor allem von britischen und US-amerikanischen Kriegsschiffen eingesetzt. Ziel war nicht, unsichtbar zu sein. Die auffälligen geometrischen Muster sollten dem Gegner vielmehr die Einschätzung von Größe, Kurs, Geschwindigkeit und Entfernung erschweren. Ein Prinzip der Verwirrung – das nun offenbar im Drohnenkrieg neu aufgelegt wird, um ukrainischen Angriffen zu entgehen.
Operation „Logistik Lockdown“ trifft Nachschub
Dass vermehrt Lkw zum Ziel der ukrainischen Armee werden, hat mit der Operation „Logistik Lockdown“ zu tun. Ihr Ziel: Putins Truppen soll der Nachschub abgeschnitten werden – teilweise schon auf russischem Boden. Der ukrainische Minister für digitale Transformation, Mychailo Fedorow (35), erklärte dazu in einem Beitrag auf X: „Je mehr russische Logistik zerstört wird, desto weniger Angriffsaktionen finden an der Front statt.“
Neben Lkw-Transporten werden auch Ölterminals und Waffenlager attackiert. Zuletzt griff die Ukraine ein Öllager in St. Petersburg an – ausgerechnet am ersten Tag des St. Petersburger Wirtschaftsforums, zu dem Tausende Gäste aus dem Ausland in die Stadt gereist waren. Ein schwerer Dämpfer für Putins Propagandashow.