Politik

Kabarettist Uwe Steimle über Angela Merkel: „Stellen wir sie an die Wand“

Kabarettist Uwe Steimle über Angela Merkel: „Stellen wir sie an die Wand“
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Dessau-Roßlau – Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau ermittelt gegen den Kabarettisten Uwe Steimle wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten (Paragraf 126 des Strafgesetzbuches). Steimle hatte bei einer Podiumsdiskussion der AfD Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Altkanzlerin Angela Merkel (71, CDU) verunglimpft. Danach hatte er die DDR-Hymne angestimmt („Ich kenn’ nur diese“).

Im Beisein von AfD-Co-Chef Tino Chrupalla (51) und Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) fiel Steimle laut übereinstimmenden Medienberichten mehrfach mit unerträglichen Äußerungen auf. In Bezug auf Merz sagte der Kabarettist: „Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“ Claus Schenk Graf von Stauffenberg gehörte zu einer Gruppe von Verschwörern, die am 20. Juli 1944 einen Anschlag auf Adolf Hitler durchführten. Das Attentat misslang, Stauffenberg wurde hingerichtet.

Ein Zusammenhang zwischen dem fehlgeschlagenen Hitler-Attentat und Merz – für diese Entgleisung gab es laut „Stern“ nicht einmal Widerspruch. Und auch eine Bemerkung über Altkanzlerin Merkel klingt wie eine Drohung: Im Bode-Museum in Berlin wird aktuell ihr Porträt ausgestellt. Warum sie sich ausgerechnet im Stehen habe malen lassen? „Weil sie ahnte, sie wird bald sitzen“, so Steimle laut „t-online“. Dann schob er hinterher: „Im Moment hängt sie erst mal.“ Und wenn der Nagel breche, „dann stellen wir sie an die Wand. Also uns wird schon was einfallen.“

Steimle sprach auf Querdenker-Demos

Bereits während Merkels Kanzlerschaft hatte sich Steimle bei Auftritten regelmäßig kritisch bis herabwürdigend über Merkel geäußert. Er kritisierte ihre Flüchtlingspolitik und sprach während der Corona-Pandemie bei Querdenker-Demonstrationen gegen die Schutzmaßnahmen. Jetzt die doppeldeutige Drohung, sie an die Wand zu stellen – als militärischer Ausdruck für die Erschießung von Verurteilten an einer Mauer.

In früheren Jahren sympathisierte Steimle mit „Die Linke“ und deren Vorgängerparteien. 2009 wurde er von der Linkspartei als Mitglied der Bundesversammlung berufen, um den Bundespräsidenten mitzuwählen. Inzwischen gilt Steimle als AfD-nah. Er trat im vergangenen Jahr mehrmals an der Seite von Chrupalla auf und bezeichnete ihn bei einer Demonstration als „Freund“. Im Mai postete Chrupalla ein gemeinsames Foto bei einem Fußballspiel von Dynamo Dresden.

Vielleicht verpasst